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Capture All, oder: Who's Afraid of a Pleasing Little Sister?
(S. 48 – 56)

Bernd Bösel, Marie-Luise Angerer

Capture All, oder: Who's Afraid of a Pleasing Little Sister?

PDF, 9 Seiten

DOI 10.4472/9783037346273.0003

Die Erkennung, Regulierung und Produktion von Affekten wird durch die emergierenden Affekt- und Psychotechnologien, insbesondere durch das affective computing, in einer Weise automatisiert, die noch vor wenigen Jahren unabsehbar war. Die Grundlagen für diese algorithmische Automatisierung sind jedoch in der Übertragung kybernetischer Schemata auf die Psychologie in den 1950er Jahren gelegt worden. So lässt sich eine Genealogie von Silvan Tomkins’ Affektsystem über Paul Ekmans faziale Emotionserkennung bis zu Rosalind Picards Konzeption und Mitentwicklung affektsensibler Computersysteme nachzeichnen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der hierin angelegten Überwachung und Aufzeichnung affektiver Informationen fehlt bisher allerdings und soll hier in ersten Schritten geleistet werden.

  • Psychomacht
  • Psychokybernetik
  • Affective Computing
  • Psychotechnik
  • Kybernetik
  • Affekte

Meine Sprache
Deutsch

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Deutsch, Englisch, Französisch

Marie-Luise Angerer

übernimmt mit dem Wintersemester 2015 / 2016 den Lehrstuhl für Medientheorie / Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Sie war von 2000 bis 2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaften an der Kunsthochschule für Medien Köln. Davor lehrte sie als Gastprofessorin in den USA, Kanada, Australien sowie Berlin, Bochum, Budapest, Ljubljana und Zürich. Ihre Forschung konzentriert sich u. a. auf die Emergenz und Implikationen eines Affektdispositivs sowie auf eine kritische Analyse der Entwicklung von Affective Sciences.

Weitere Texte von Marie-Luise Angerer bei DIAPHANES

Bernd Bösel

ist seit dem Wintersemester 2015 / 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Er arbeitet an einer Theorie der »Plastizität der Gefühle« mit besonderem Hinblick auf das Wechselverhältnis von gegenwärtigen Affekt- und Psychotechnologien und philosophischen Selbst- und Psychotechniken. Veröffentlichungen: mit Patrick Baur und Dieter Mersch (Hg.): Die Stile Martin Heideggers (2013), mit Eva Pudill, Elisabeth Schäfer (Hg.): Denken im Affekt (2010); Philosophie und Enthusiasmus – Studien zu einem umstrittenen Verhältnis (2008).

Weitere Texte von Bernd Bösel bei DIAPHANES

Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hg.)

Zeitschrift für Medienwissenschaft 13
Überwachung und Kontrolle

Broschur, 160 Seiten

ISBN 978-3-03734-580-1
ISSN 1869-1722

€ 24,90, CHF 37,50

PDF, 160 Seiten

ISBN 978-3-03734-627-3

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist deutlich geworden, in welchem Ausmaß Netzwerk- und Speichermedien Instrumente von Überwachung und Kontrolle sind. Aber nicht nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im ›Internet der Dinge‹, in den Phantasien von Big Data oder innerhalb der Quantified Self-Bewegung werden mediale Vorgänge, Ereignisse und Kommunikationen automatisierten Vermessungen unterzogen, die Kontrolle zum Ziel haben. Längst sind Debatten darüber angestoßen, wie diese Inanspruchnahme konventionelle Vorstellungen des Privaten, bürgerliche Freiheitsrechte und die Grundlagen liberal-demokratischer Gesellschaftsordnungen unterhöhlen und zerstören. Wenn dabei die sozialen Bedeutungen und politischen Effekte von Medientechniken thematisiert werden, ihre Subjektivierungsweisen und ihre Emergenz, geschieht dies häufig unter weitgehender Ausblendung medienwissenschaftlicher Positionen.

 

Schwerpunktredaktion: Dietmar Kammerer und Thomas Waitz.

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