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Maja Figge, Anja Michaelsen: Das »rassifizierte Feld des Sichtbaren«
Das »rassifizierte Feld des Sichtbaren«
(S. 106 – 117)

Deutungen des NSU-Terrors 2004–2011

Anja Michaelsen, Maja Figge

Das »rassifizierte Feld des Sichtbaren«
Deutungen des NSU-Terrors 2004–2011

PDF, 12 Seiten

Warum war die Mord- und Anschlagserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) nicht aufklärbar? Nach dessen Bekanntwerden im November 2011 wurde vielfach behauptet, die rassistische Motivation der Taten habe aufgrund des Fehlens von Bekennerschreiben, Zeug_innen oder anderen Beweisen nicht erkannt werden können. Der Beitrag nimmt diese Behauptung zum Ausgangspunkt, um nach der Wahrnehmbarkeit von Rassismus zu fragen. Mit Judith Butler (1993) gehen wir davon aus, dass das Sehen und Deuten von Gewalt nicht unter neutralen Bedingungen stattfindet, sondern in einem »rassifizierten Feld des Sichtbaren«. Die Presseberichterstattung über die Terroranschläge zwischen 2004 und 2011 zeigt, dass auch die Deutung vermeintlich fehlender Hinweise durch dieses Feld bedingt ist.

  • Wahrnehmung
  • Rassismus
  • Berichterstattung
  • NSU
  • Evidenz
  • Sichtbarkeit
  • Öffentlichkeit

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Maja Figge

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung der Universität der Künste Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Gender, Race und Medien, Film und Geschichte, Postkoloniale Theorie, Politische Gefühle.

Weitere Texte von Maja Figge bei DIAPHANES

Anja Michaelsen

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum. Forschungsschwerpunkte: Öffentliche Gefühle,
Queer Theory, Gender, Race und Medien. Sie ist Mitherausgeberin des onlinejournals kultur & geschlecht, www.rub.de/genderstudies/
kulturundgeschlecht.

Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hg.): Zeitschrift für Medienwissenschaft 13

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist deutlich geworden, in welchem Ausmaß Netzwerk- und Speichermedien Instrumente von Überwachung und Kontrolle sind. Aber nicht nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im ›Internet der Dinge‹, in den Phantasien von Big Data oder innerhalb der Quantified Self-Bewegung werden mediale Vorgänge, Ereignisse und Kommunikationen automatisierten Vermessungen unterzogen, die Kontrolle zum Ziel haben. Längst sind Debatten darüber angestoßen, wie diese Inanspruchnahme konventionelle Vorstellungen des Privaten, bürgerliche Freiheitsrechte und die Grundlagen liberal-demokratischer Gesellschaftsordnungen unterhöhlen und zerstören. Wenn dabei die sozialen Bedeutungen und politischen Effekte von Medientechniken thematisiert werden, ihre Subjektivierungsweisen und ihre Emergenz, geschieht dies häufig unter weitgehender Ausblendung medienwissenschaftlicher Positionen.

 

Schwerpunktredaktion: Dietmar Kammerer und Thomas Waitz.

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