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Dauerausstellung »Gesichtsüberwachungsschnecken« von Yves Netzhammer

05.09.2017 - 05.09.2018
U-Bahn-Station Altes Landgut (U1), 1100 Wien

In allen größeren Städten dieser Erde setzen sich morgens und abends Pendlerströme in Bewegung, die Tausende von Menschen zur Arbeit und dann wieder nach Hause bringen. Obwohl die Menschendichte zu Stoßzeiten hoch ist, ist die Distanz zwischen den Reisenden groß. Jeder scheint in einer eigenen Welt versunken. Auch wenn die Blicke einander streifen, nehmen die Pendler einander kaum wahr.


Yves Netzhammers Arbeit »Gesichtsüberwachungsschnecken« unterwandert spielerisch die drei großen Bereiche Kunstgeschichte, Anthropometrie und Überwachung, indem den Passanten und eiligen Betrachtern vielgestaltige, stilisierte Portrait-Zeichnungen entgegengesetzt werden. Bahnhöfe und U-Bahn-Stationen sind Zonen des Transits und der Überwachung, Zonen der Begegnung mit tausenden, fremden Gesichtern (von Personen oder Plakaten), die sich uns im hektischen Alltag aber nur als Typus und Masken zu erkennen geben.

 

»Gesichtsüberwachungsschnecken« wurde im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs zum Siegerprojekt gekürt.

 

http://www.koer.or.at

 

netzhammer.com

Yves Netzhammer

lebt und arbeitet in Zürich. In seinen Arbeiten verschränkt er die Raum- und Zeitmedien, Bewegtbild und Text, Animation und Skulptur, Installation und Zeichnung. 2007 gestaltete er den Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig. Ausstellungen (Auswahl): Arnolfini, Bristol; MONA, Tasmanien; Kunstmuseum Bern; Palazzo Strozzi, Florenz; Kunsthalle Winterthur, SFMOMA, San Francisco, USA; Shenzen Animation Biennale, China; Kiew Biennale, Ukraine.

Yves Netzhammer: Concave Thoughts

Digitale Zeichnungen grundieren das vielschichtige Werk des Schweizer Künstlers Yves Netzhammer von Anfang an: im leeren, gravitationslosen Raum gezogene Linien, die ein Denken in Figuren ebenso ins Bild setzen wie Figuren des Denkens – bizarr, komisch, unheimlich. Linien und Flächen lassen aus Dingen Wesen hervorsprießen, Figuren werden in fortgesetzten Gestaltwechseln überhaupt erst kenntlich, Lebendes wird zu Apparaten, Köpfe mutieren zu Räumen, an Drähten reihen sich Parallelwelten auf wie Perlen.
Vordergründig ohne Spuren handwerklicher Individualität, offenbaren sich in den am Computer generierten Zeichnungen die Widersprüche zeitgenössischer, medial subvertierter Autorschaft und Subjektivität. Netzhammers ebenso raffinierte wie präzise Bildrhetorik eröffnet ein subtiles Spiel, das dem Betrachter jede Lesart erlaubt und ihm diese sogleich widerlegt. So entstehen Kippbilder, in denen je nach Blickwinkel Komplexität und Leichtigkeit, formale Strenge und gedankliches Wuchern in den Vordergrund treten.


»Concave Thoughts« ist ein eigens konzipierter Buchraum, ein Taschenuniversum für Denker und Sinnierer, ein Vademecum, Logbuch, unendliches Storyboard einer Kunst auf der Höhe und in den Untiefen ihrer Zeit.

Ausgabe mit 32 verschiedenen Covern. 3200 unterschiedliche Zusammenstellungen von 32 Druckbögen mit jeweils 16 Seiten.