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»Die Maschine ist eine Fremde, die Menschliches einschließt«

In dieser wirkmächtigen philosophisch-technologischen Untersuchung stellt sich Gilbert Simondon dem ressentimentgeladenen Ausschluss der technischen Objekte aus der menschlichen Kultur ebenso entgegen wie techno­kratischen Machbarkeitsvisionen der Herrschaft durch Automaten. Stattdessen plädiert er für die Anerkennung und Reflexion der Existenz eines Kollektivs aus Mensch, offenen technischen Maschinen und Natur.

Sein Ansatz vereint die detaillierte Analyse der Funktionsweisen von Motoren, Elektronenröhren oder frühen Computern mit weitreichenden philosophischen Erwägungen. In Auseinandersetzung mit der traditionellen Auffassung von Form und Stoff, dem Evolutionsdenken, Gestalttheorie, Kybernetik, Informationstheorie und Fragen der Gouvernementalität charakterisiert er technisches Denken und technische Existenzweise als Etappe im Werdensprozess von Leben und Denken.

Gilbert Simondon

Die Existenzweise technischer Objekte

Aus dem Französischen von Michael Cuntz

Broschur, 272 Seiten, 15 sw. Abb., 15,3 x 23,3 cm

Mit Bibliografie, inkl. Glossar

2. Auflage

€ 34,95, CHF 49,90

  • Kulturtheorie
  • Technik
  • Technikgeschichte
  • Technikphilosophie
  • Automation
  • Anthropologie
  • Erkenntnistheorie

»Simondons Abhandlung gilt in der frankophonen Welt längst als Klassiker der Technikphilosophie.« Henning Schmidgen, FAZ

Gilbert Simondon stellt sich in seiner philosophisch-technologischen Untersuchung dem ressentimentgeladenen Ausschluss der technischen Objekte aus der menschlichen Kultur ebenso entgegen wie technokratischen Machbarkeitsvisionen der Herrschaft durch Automaten. Stattdessen plädiert er für Anerkennung und Reflexion der Existenz eines Kollektivs aus Mensch, offenen technischen Maschinen und Natur. Simondons Ansatz vereint die detaillierte Analyse der Funktionsweisen etwa von Motoren, Elektronenröhren oder frühen Computern mit weitreichenden philosophischen Erwägungen. So zeichnet er nach, wie die Existenzweise der technischen Objekte sich in den Zeitaltern von Mechanik, Thermodynamik und Informationstechnologie entwickelt, wie sich technische Objekte konkretisieren, wie sie als Träger in der Genese der Technizität wirken und wie sie in Individuationsprozesse eingreifen. In Auseinandersetzung u.a. mit der traditionellen Auffassung von Form und Stoff, dem Evolutionsdenken, Bergsonismus, Gestalttheorie, Kybernetik, Informationstheorie und Fragen der Gouvernementalität charakterisiert er technisches Denken und technische Existenzweise als Etappe im Werdensprozess von Leben und Denken.

Die Existenzweise technischer Objekte bildet zusammen mit L'individuation à la lumière des notions de forme et d'information das Hauptwerk eines Denkens, das etwa Gilles Deleuze, Félix Guattari, Maurizio Lazzarato und Bernard Stiegler stark beeinflusst hat und heute international auf höchstes Interesse stößt.

Gilbert Simondon

studierte Philosophie bei Georges Canguilhem und lehrte ab 1963 Psychologie an der Sorbonne. Über den Begriff der Individuation gelangte er zu einer allgemeinen Theorie der Maschine, die Elemente der Kybernetik, Informatik und Gestaltphilosophie verbindet und maßgeblichen Einfluss auf Gilles Deleuze ausübte.

Gilbert Simondon
Das Individuum und seine Genese
(S. 29 – 45)

»Die Maschine ist eine Fremde, die Menschliches einschließt.«

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