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Diskurs

Nikolaj Evreinov, Sylvia Sasse (Hg.)

Theater für sich

Wenn im Theater der Vorhang aufgeht, sollte der Zuschauer gleich sehen, wo das Stück spielt, wovon es handelt, was der Autor erzählen will. Exponierender Dialog, Dekoration, Beleuchtung und andere Theatermittel geben ihm Orientierung. Können, Geschmack und Erfahrung des Autors sieht der ungeduldige Zuschauer, sobald der Vorhang aufgeht. Als alter Theaterhase beginne ich dieses Buch – Vorhang auf – mit einem Prolog in der Art des mittelalterlichen »Docteur Prolocuteur« und ignoriere einfach den Unterschied, den es zwischen der Wahrnehmung einer Theatervorstellung und...
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  • Theater
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Elisabeth Bronfen
Con Artist Don Draper, the archetypical American hero

Con Artist Don Draper, the archetypical American hero

  • Kulturelles Imaginäres
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Tom McCarthy

I’m not really sure what is and what isn’t theory.

Elisabeth Bronfen

Tom, our idea here was that you would give us a little insight into how you find your themes, how you use theory for your texts.

 

T.MC.

I’m not really sure what is and what isn’t theory. I don’t really know where theory stops and fiction begins. If you take someone like, for example, Derrida: half of The Post Card is basically an epistolary novel; it’s fiction, there are characters, there is a character speaking to another character—even while he’s conducting a “theoretical” analysis of Heidegger. I think it’s very hard to pin down that border-line between it being theory/fiction or not theory/fiction. So theory wouldn’t just be a reflection on something else which is somehow more integral; it’s more fluid than that.

A figure like Lévi-Strauss is just wonderful in this respect: Tristes Tropiques is one of the most brilliant books and it’s much better as literature than almost all of...

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  • Literaturwissenschaft
Maurizio Lazzarato

The endless array of merchandise

In contemporary capitalism, subjectivity is the product of a mass industry organized on a global level. For Félix Guattari this is actually the first and most important of capitalist productions, because it preconditions and is part of production in all other forms of merchandise. Subjectivity is a ‘key merchandise,’ which in its ‘nature’ is put together, developed and manufactured in the same way as a car, electricity, or a washing machine. Capitalism organizes the production and control of subjectivity through two different systems, which weave together the manufacture of the individuated subject (“social subjection”) and what seems to be the opposite, de-subjectification (“machinic enslavement”). Therefore capitalism exercises a twofold hold over subjectivity.

Social subjection involves techniques of government, which pass by way of, and mobilize, representation (political and linguistic), areas of knowledge, discursive visual practices, etc., and produce ‘subjects of rights,’ ‘political subjects,’ in short: ‘subjects’ of ‘I’s,’ of individuals. By...

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News + Veranstaltungen

Yves Netzhammer: »Selbstgespräche nähern sich wie scheue Rehe«

04.03.2017 – 23.04.2017

LWL-Museum für Kunst und Kultur
Domplatz 10
48143 Münster
Deutschland

»Aesthetics and the Alien: Straub/Huillet in ›Moses und Aron‹«

29.03.2017, 19:00

e-flux
East Broadway 311
10002 New York, NY
USA

»Zur Krise des Kapitalismus«: Gespräch mit Joseph Vogl

24.03.2017, 19:30

Stadtbibliothek am Neumarkt (Zentralbibliothek)
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln
Deutschland

Neuerscheinungen
Inke Arns (Hg.), Sylvia Sasse (Hg.), ...: Nikolaj Evreinov: »Sturm auf den Winterpalast«
Inke Arns (Hg.), Sylvia Sasse (Hg.), ...: Nikolaj Evreinov: »The Storming of the Winter Palace«
Gertrud Koch: Breaking Bad, Breaking Out, Breaking Even
Kerstin Stakemeier (Hg.), Susanne Witzgall (Hg.): The Present of the Future
Artur Żmijewski, Sandra Frimmel (Hg.), ...: Kunst als Alibi

 

Themen
Hartmut Böhme

Der Märtyrer macht sich die Welt zur Bühne

Familienbande, Vaterliebe, Kindesliebe, Gattenpflicht, weibliche Furchtsamkeit, Angst vor den Autoritäten des Staates, Angst vor Schmerzen und Tod: All dies sind nichts als Versuchungen des Bösen, die vom geraden Weg in den Himmel ablenken. Der Märtyrer verfolgt eine Strategie der Selbsterlösung. Er verwandelt die Welt zur Bühne seiner grandiosen Inszenierung, so sehr er den Mächten der Welt zu unterliegen scheint. Seine machtlose Geringfügigkeit verwandelt er in einen Triumph, der seinen Namen unsterblich und seine Preisgegebenheit zum Umschlagpunkt seiner Erlösung macht. Die Selbstbefangenheit, die nur eine Variante der Gefangenschaft in den Fallstricken der weltlichen Versuchungen ist, wird im Modus rückhaltloser Selbstpreisgabe unendlich frei. Das arme Ich wird unmittelbar in die Verschmelzung mit dem narzisstischen Glanz eines erlösten Ideal-Selbst überführt, das durch kein Gesetz – sei’s des Vaters, des Geschlechts, des Staates – mehr begrenzt werden kann. Gerade in der totalen Passivität der passio wird die totale Regie über die Ereignisse erlangt. Diese verlaufen nur...

  • Rom
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  • Antike
  • Religion
Florian Cramer

Digital ‘Multitudes’?

The ‘cyber’-culture of the 1980s and 1990s was more than just a pop phenomenon: though, on the one hand, it was a product of science fiction novels like William Gibson’s Neuromancer (1984), films like The Matrix (1999) and early electronic social media like The Well, it was also theorized academically within cultural studies, media studies and the social sciences of the time. In cyberfeminist texts such as Donna Haraway’s Cyborg Manifesto (1983), Sadie Plant’s Zeros and Ones: Digital Women and the New Technoculture (1997) and N. Katherine Hayles’s How We Became Posthuman (1999), the hybridization of the ‘real’ and the ‘virtual,’ of bodies and machines, became a central concern. Against the backdrop of cyberculture and gender studies, cyberfeminism, declared by the Australian artist collective VNS Matrix in a 1991 manifesto, viewed the technical and cultural disruption of digital information technology as a way to undermine traditional gender relations. In the...

  • Netzkultur
  • Internet
  • Identität
  • Digitale Kultur
  • Anonymous

 

Zu einer Poetik des Seriellen
Zu einer Poetik des Seriellen

Elisabeth Bronfen (Hg.), Christiane Frey (Hg.), ...

Noch einmal anders

In seinem Essay »Circles« schreibt Ralph Waldo Emerson: »Our life is an apprenticeship to the truth, that around every circle another can be drawn; that there is no end in nature, but every end is a beginning; that there is always another dawn risen on mid-noon, and under every deep a lower deep opens.« Ein Ende als den neuen Anfang eines weiteren Zirkels zu verstehen, selbst mitten am Tag einen Morgen zu erahnen, folgt einer für die in diesem Band...
  • Film
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  • Denkt Kunst
  • Wiederholung
  • Serialität
Michel Mettler

Zooverhältnisse: Der Schriftsteller als Luxustier

Vermutlich, denkt der Schriftsteller, stimmt das alles gar nicht: Dein einstiges Leben in der freien Wildbahn war nicht leicht. Denn damals gab es eine große Zahl von anderen, die so wie du von ihrem freien Schriftstellertum zu leben versuchten. Es gab Konkurrenz. Heute nicht mehr. Heute klammern sich alle, die noch so leben wollen, aneinander, als trieben sie auf einem kleinen Floß. Sie sind alle verschwägert und unterstützen einander, wo es geht – wie Mitglieder einer Selbsthilfegruppe oder Sekte. Sie sind in ein kumpelhaftes Floß-Du verfallen, und an Konkurrenz ist auf diesen brüchigen ­Planken gar nicht zu denken. Die letzten Konflikte, die sie noch austragen, sind solche um die staatliche Futterzuteilung. Es sind Käfigzwiste, Rivalitäten, wie sie nur zwischen Wesen entstehen können, die nicht jagen und nicht säen, sondern gefüttert werden, weil niemand ihnen beim Aussterben zusehen will.


Stolz auf die rare Rigorosität seines Urteils, notiert der Schriftsteller in sein stets aufgeschla­genes...

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Julian Müller

Klausurrelevanz vs. produktive Überforderung

Die Geschichte richtet sich gegen eine bestimmte und in diesem Ausmaß neue Form der Relevanz- und Aufmerksamkeitsökonomie. Was sich in den letzten beiden Jahren, verschärft seit der Umstellung von Diplom- und Magisterstudiengängen auf Bachelorstudiengänge, beobachten lässt, ist ein veränderter studentischer Habitus (↑ Lebensführung, studentische). Die Studierenden arbeiten überaus konzentriert und aufmerksam, aber es gibt etwas Irritierendes an dieser Aufmerksamkeit. Bisweilen hat man als Dozent das Gefühl, alles, was man sagt, würde auf eine Metainformation hin untersucht, so als gäbe es hinter dem Gesagten noch versteckte Botschaften für das, worum es wirklich geht. Die Studierenden sind so sehr damit beschäftigt, den einen scheinbar klausurrelevanten Satz herauszufiltern, den sie in jeder Sitzung vermuten, dass die Seminare bisweilen an ihnen vorbeiziehen. Die Angst, diesen einen Satz zu verpassen, ist ebenso groß wie die Enttäuschung, wenn diese Sätze von den Lehrenden gar nicht erst geliefert werden. Dass Seminare aber ganz gut ohne diesen einen entscheidenden...

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