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Diskurs

Lawless: Clouds Reprise

Ute Holl

The Moses Complex

The Moses complex derives its actuality from recalling the emergence of cultures as fields of mutually engendering relationships. From the perspective of media studies, which is a science of differential relationships between materialities and immaterialities, noises and messages, channels and signals, apparatuses and perceptions, the relationship to God or gods turns out to be one between people and their systems of thought. So media studies argues against fundamentalism, whether ontological, anthropological, or technicistic. The figure of Moses is a decisive node...
  • Jean-Marie Straub
  • Danièle Huillet
  • Arnold Schönberg
  • Gemeinschaft
  • Exil
Kerstin Stakemeier

“Identity, fragile, gives way to identity”

  • Subjektivierung
  • Gilles Deleuze
  • Theodor W. Adorno
  • Identität
  • Félix Guattari
  • Politik
  • Emanzipation
  • Kathy Acker
Tom McCarthy

“Obsessed with buffering”

I’ve become obsessed with buffering—or the narrator in my new novel is obsessed with buffering. He’s an anthropologist who has grown up reading Lévi-Strauss but he’s also a corporate anthropologist who is working for the Man. He’s putting culture in the service of capital. Like we all do, he spends most of his life staring at a screen, and he frequently encounters bouts of buffering. And the first thought he has is that this is not ultimately a technological situation, it’s a theological situation. Behind that little circle spinning on your laptop there’s this belief that somewhere in Uzbekistan, Nevada or Finland there are many Über-servers with satellite dishes generating and sending out data. “Data” means gift and these servers are gifting all this data to you in this unconditional act of endless generosity and data angels are dancing on the pinhead of your Wi-Fi. And this places you inside...

  • Gespräch
  • Fiktion
  • Moderne
  • Literatur
  • Literaturwissenschaft
Maurizio Lazzarato

The endless array of merchandise

In contemporary capitalism, subjectivity is the product of a mass industry organized on a global level. For Félix Guattari this is actually the first and most important of capitalist productions, because it preconditions and is part of production in all other forms of merchandise. Subjectivity is a ‘key merchandise,’ which in its ‘nature’ is put together, developed and manufactured in the same way as a car, electricity, or a washing machine. Capitalism organizes the production and control of subjectivity through two different systems, which weave together the manufacture of the individuated subject (“social subjection”) and what seems to be the opposite, de-subjectification (“machinic enslavement”). Therefore capitalism exercises a twofold hold over subjectivity.

Social subjection involves techniques of government, which pass by way of, and mobilize, representation (political and linguistic), areas of knowledge, discursive visual practices, etc., and produce ‘subjects of rights,’ ‘political subjects,’ in short: ‘subjects’ of ‘I’s,’ of individuals. By...

  • Algorithmen
  • Daten
  • Kapitalismus
  • Identität
  • Gouvernementalität
News + Veranstaltungen

Ausstellung: Yves Netzhammer: Concave Thoughts

27.01.2017 – 03.03.2017

ESPACE DIAPHANES
Dresdener Str. 118
10999 Berlin
Deutschland

Neuerscheinungen

 

Themen
Rudolf Stichweh

Bildung oder Humankapital?

Humankapital teilt mit Bildung vor allem den Gesichtspunkt der Allgemeinheit (aber nicht die Unbegrenztheit oder gar Unendlichkeit). Humankapital ist inkorporiertes, hochgradig generalisiertes Vermögen, das auch vorliegt, wenn man nicht eine der »practical arts« studiert hat, und das als Humankapital die gesellschaftsweite Anschlussfähigkeit des Studiums für Lebensführung und Beruf verbürgt (↑ Austauschbarkeit). »Humankapital« ist treffender als der Bourdieu’sche Begriff des »kulturellen Kapitals«, weil dieser zu eng mit der klassischen Bildungswelt zusammenhängt, die für viele nicht mehr bedeutsam ist. »Kulturelles Kapital« vermittelt noch die Vorstellung, dass es eine in irgendeinem Sinne geschlossene Sphäre der Kultur gibt, in die man auf der Basis von Bildungsanstrengungen eintritt. Im Vergleich dazu geht es aber heute um viel generellere Kompetenzvermutungen, zu deren Bildung die Universität einen signifikanten Beitrag leistet und um deren willen man ihr einen Anteil Lebenszeit schenkt. Dies bereitet eine Lebensführung vor, die vielleicht die einer »kreativen Klasse« ist, der man zuzugehören wünscht, die aber...

  • Bologna-Prozess
  • Bildung
  • Studenten
  • Soziologie
  • Mobilität
Claire Denis

Fragility is the only thing I really know about me

I am not a very balanced person. I am fragile and sad – almost as described in Triste Tropiques by Claude Lévi-Strauss. I feel both those adjectives, I grew up with them. I was aware of my fragility even when I was very young – a baby, learning to walk, living somewhere in Africa and already feeling that the number of white persons was very small compared to the number of black persons and also noticing that most of the black persons that I met were gardeners or maids. I felt – I am sure I am not lying – even at that very young age, not a sense of injustice, but a sort of guilt.

Guilt for what? My parents were nice people, they treated everyone well. My father was avidly learning languages, he spoke many African languages and also Pidgin English very well and he used to speak it...

  • Autorenfilm
  • Identität
  • Autofiktion
  • Subjektivität

 

Zu einer Poetik des Seriellen

Elisabeth Bronfen (Hg.), Christiane Frey (Hg.), ...

Noch einmal anders

In seinem Essay »Circles« schreibt Ralph Waldo Emerson: »Our life is an apprenticeship to the truth, that around every circle another can be drawn; that there is no end in nature, but every end is a beginning; that there is always another dawn risen on mid-noon, and under every deep a lower deep opens.« Ein Ende als den neuen Anfang eines weiteren Zirkels zu verstehen, selbst mitten am Tag einen Morgen zu erahnen, folgt einer für die in diesem Band...
  • Wiederholung
  • Serie
  • Denkt Kunst
  • Serialität
  • Film
Elfriede Jelinek

Was bleiben kann, wenn man es weglässt:

Nach dem Tsunami, nein, nicht dem global financial Tsunami, den ich hier nicht meine, den aber auch niemand vorhersehen und niemand verhindern hat können, diese Katastrophe, aber nein, den meine ich jetzt nicht, ich meine den echten, den richtigen, den Original-Tsunami, nach der großen Flut, der Sintflut mit den Tausenden Toten, nach der Todesflut, dem großen, dem massenhaften Ertrinken, riefen sie auch die österreichischen Gerichtsmediziner. Sie haben dort die Pathologen aus dem Ösenland herbeigerufen, die Öse dazu da, dass man ein Seil durchziehen und das Land wegziehen kann, wegschleppen von sich selbst, endlich!, nur macht das keiner, das Land abschleppen, das macht keiner, weil es nämlich so schön ist und genau dort so gut hinpasst, wo es sich bereits befindet, das passt uns genauso, das passt auch uns gerade gut genug, dass es dort ist, genau dort, außerdem wissen wir dann immer, wo wir hin müssen, um wieder zurückzukehren. Andere...

  • Tod
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  • Rosa Luxemburg
  • Gegenwartsliteratur
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Erich Ribolits

Kritik als Widerstand gegen das Regiertwerden

Mit Bildung – als jenem Begriff, mit dem die Herausbildung des selbständigen Vernunftgebrauchs umschrieben wird – wird nach Kant bloß innere Freiheit angestrebt. Äußere Freiheit dagegen ist für ihn dezidiert nicht das Ziel von Bildung! Diesbezüglich formuliert er unmissverständlich, dass der Mensch im, wie er es bezeichnet, »bürgerlichen Amte«, also in Ausübung einer Funktion in der Gesellschaft, bloß Werkzeug sei und deshalb gehorchen müsse. Mit dieser Dichotomisierung von Freiheit definiert Kant das wohl wesentlichste und gleichzeitig am häufigsten verdrängte Bestimmungsmerkmal jener Idee menschlicher Weiterentwicklung, die unter dem Begriff Bildung in der Folge Furore gemacht hat und die den Umgang mit Lernen in den deutschsprachigen Ländern Europas bis heute massiv prägt: Bildung meint Selbstbeherrschung, nicht jedoch Widerstand gegen politisch auferlegte Herrschaft!

In letzter Konsequenz überschreitet Kant mit seiner Theorie des Erlangens von Mündigkeit durch den autonomen Vernunftgebrauch die Vorstellung des regierungsbedürftigen Individuums somit nicht wirklich. Trotz seiner Aufforderung, Mut zum autonomen Gebrauch des Verstands...

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