Claus Pias (Hg.)

Zukünfte des Computers

304 Seiten, Broschur, 40 sw. Abb.

ISBN 978-3-935300-56-8

€ 29,90 / CHF 45,00

Namensregister

Vergriffen

Vergriffen

Blick ins Buch

Demnächst

PDF

ISBN 978-3-03734-261-9

€ 29,90 / CHF 37,00

Blick ins Buch

Demnächst

Vergessene Hoffnungen, einstige Utopien

Wie kaum ein anderes technisches Objekt des 20. Jahrhunderts vermochte der Computer die Befreiungswünsche und Einheitsträume unterschiedlichster Diskurse an sich zu binden. So ist die Geschichte des Digitalcomputers zugleich eine Geschichte jener Hoffnungen, die heute eine Archäologie unserer Gegenwart ermöglichen. In diesem Sinne beschäftigen sich die Beiträge mit vergangenen und gegenwärtigen Computer-Zukünften: mit den Utopien kollektiver Eigentumsformen und elektronischer Regierungen, mit den Visionen übermenschlicher Intelligenzverstärkung und eines überschaubaren Weltwissens, mit den Aussichten auf die Einheit von Kunst und Wissenschaft und eine computerliterate Informationsgesellschaft und anderen ausgewählten Szenarien.

Inhalt

17–27 Martin Warnke: Size Does Matter
E-Text kaufen    € 4,95 / CHF 6,00

Der erste Teil versammelt Beiträge zur ›Epoche‹ des Computers im mehrfachen Wortsinn, d.h. ebenso als Takt und Unterbrechung wie als prägnanten Zeitraum. Der Aufsatz von Martin Warnke behandelt die Frage des Endes in Form eines ironischen Kommentars über die ›Grenzen des Wachstums‹ und das Ende der informatischen Fortschrittsgewissheit.

Der erste Teil versammelt Beiträge zur ›Epoche‹ des Computers im mehrfachen Wortsinn, d.h. ebenso als Takt und Unterbrechung wie als prägnanten Zeitraum. Der Aufsatz von Mihai Nadin behandelt die Frage des Endes im Hinblick auf die ›Enden der Programme‹ (das deterministische Legat des Computers) und seine Öffnung oder Erweiterung zu einer semiotischen Maschine.

Frieder Nake beschreibt eine Epoche des Computers im zweiten Wortsinn, also die Anfänge einer computergestützten Zukunft der Kunst in den 60er Jahren, die eine (heute noch virulente) Vermittlung der Two Cultures in Aussicht stellte.

Margret Schwarte-Amedick beschreibt eine Epoche des Computers im zweiten Wortsinn, also die gleichzeitigen Umbrüche, Versprechen oder Drohungen einer kommenden Arbeitswelt, der die Arbeit (nicht) ausgeht.

87–105 Herbert W. Franke: Computer Science Fiction
E-Text kaufen    € 4,95 / CHF 6,00

Ein Gespräch mit Herbert W. Franke kreist um die Möglichkeiten der Science-Fiction-Literatur, solche und andere Zukünfte des Computers im Experimentierfeld des ›Als-ob‹ zu thematisieren.

Der Beitrag von Georg Trogemann handelt von der Überwindung des Determinismus durch Interaktion und um eine Neubestimmung des Mensch-Maschine-Verhältnisses im Zeichen eines Entwerfens, das mit Emergenz, d.h. mit Kontrollverlust der Zukunft umzugehen hat.

Frank Dittmanns Periodisierung der Künstlichen Intelligenz verweist auf die wechselseitigen Aktualisierungen und Irritationen des Wissens vom Menschen und der Maschine bei den historisch wechselnden Versuchen, Äquivalente zwischen ihnen herzustellen.

Der Beitrag von Thomas Kamphusmann/ Michael Gerhard handelt von heterogenen Kollektiven und Netzwerken von ›Aktanten‹, innerhalb derer Ereignisse der Kommunikation oder Kunst nicht mehr an eine Sphäre des spezifisch Menschlichen gebunden sind – wie das Schreibzeug, wenn es aus der Verborgenheit tritt und an der ›Intelligenz‹ dessen mitarbeitet, was kommuniziert.

171–187 Cornelia Sollfrank: © 2004, Cornelia Sollfrank
E-Text kaufen    € 4,95 / CHF 6,00

Der Beitrag von Cornelia Sollfrank handelt von heterogenen Kollektiven und Netzwerken von ›Aktanten‹, innerhalb derer Ereignisse der Kommunikation oder Kunst nicht mehr an eine Sphäre des spezifisch Menschlichen gebunden sind, insofern beispielsweise in der ›net.art‹ die Begriffe von Identität und Autorschaft ad absurdum geführt werden.

Geert Lovink warnt am Beispiel der jüngsten Geschichte der Medienkunst jedoch vor leichtfertigen Vereinigungsphantasien von Kunst und Wissenschaft und einer (Selbst-)Überschätzung ihrer Innovationskraft.

197–206 Richard Stallman: Das GNU-Manifest
E-Text kaufen    € 4,95 / CHF 6,00

In Richard Stallmans nunmehr zwanzig Jahre altem Manifest soll ein ›informatischer Imperativ‹ der freien Software die Beförderung der Freiheit und die Vermehrung des Reichtums der Gesellschaft einer zukünftigen Informationsgesellschaft leiten.

Wolfgang Pircher historisiert diese Unternehmung innerhalb einer Geschichte der marxistischen Befreiungslogik, bei der eine dem Kapital entzogene (Wissens-)Arbeit zur Wiedergewinnung des Paradieses führt.

Der Beitrag von Claus Pias verweist auf die kulturelle Erfindung der Universalität und Medialität des Computers im Rahmen der PC-Bewegung, die Visionen einer neuen (ludischen und computerliteraten) Kultur nährte.

241–268 Volker Grassmuck: Das Ende der Universalmaschine
E-Text kaufen    € 7,95 / CHF 9,50

Volker Grassmuck beschäftigt sich mit der gegenwärtigen ›Dialektik‹ dieser Aufklärung, in der eine Zweiklassengesellschaft von überwachten Content-Konsumenten und Informatikindustrie bevorsteht, die die Universalität des Computers selbst bedroht.

Rena Tangens antwortet auf diese Kolonialisierungsstrategien des Empire mit historischen und gegenwärtigen Beispielen von Möglichkeiten einer aktivistischen Computerpolitik der Netzwerke und Hacks.

283–296 Otto E. Rössler: Künstliche Universen im Computer
E-Text kaufen    € 4,95 / CHF 6,00

Zuletzt entwirft Otto E. Rössler entlang der Frage der künstlichen Welten und der Personwerdung (s)ein utopisches Projekt Lampsakus als eine virtuelle Welt der Versöhnung von Wahrheit und Güte.

Anmelden

Nutzen Sie die Vorteile einer Anmeldung. Sie können Ihren Kauf aber auch ohne Registrierung durchführen. Wir benötigen in jedem Fall Ihre Email-Adresse

  Ich habe ein Passwort bei diaphanes
  Ich möchte mich registrieren
  Kauf ohne Registrierung fortsetzen


Weiter

Nutzen Sie die Vorteile einer Anmeldung.

Passwort vergessen?

Suche

Warenkorb

Claus Pias

ist Professor für Mediengeschichte und Medientheorie an der Leuphana Universität Lüneburg. Zuvor lehrte er in Weimar, Bochum, Essen und Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Technikgeschichte und Medientheorie.

weiter

Claus Pias bei diaphanes

sequenzia

Die von Claus Pias und Joseph Vogl herausgegebene Reihe sequenzia stellt aus wissenschaftstheoretischen, medien- und kulturgeschichtlichen Perspektiven die entscheidenden Schauplätze der abendländischen Geschichte des Wissens vor. Sie analysiert Szenen, Gegenstände und Verfahren, die exemplarische Einblicke in die Entstehung und Funktionsweise unserer Wissenssysteme erlauben.

weiter

Newsletter


Anmelden  Abmelden

Nutzen Sie die Vorteile einer Registrierung, um ausgewählte Informationen und unsere Drucksachen zu erhalten.

Verwandte Titel