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Wir sind alle Nekronauten, immer schon

Fröhlich-parasitär nährt sich die International Necronautical Society von den verblichenen Avantgarde-Bewegungen des letzten Jahrhunderts, seien sie künstlerischer, kultureller oder politischer Natur. Ihre Manifeste, Berichte und Verlautbarungen, ihre Agenten­tätigkeit, ihre Sitzungen, Nachrichtensendungen und Anhörungen werden seit 1999 penibel dokumentiert. Der Band versammelt eine Auswahl offizieller Mitteilungen der INS aus den Jahren 1999 bis 2010, die hier erstmals in deutscher Sprache zugänglich sind.

»Manchmal fragt man uns: Wie kann ich beitreten? Wie wird man ein Nekronaut? Falsche Frage. Wie Absatz 3, Zeilen fünf und sechs des Ersten Manifests der INS klar zum Ausdruck bringt, schamlos abkupfernd bei der ausgelaugten Sprache der Dekonstruktivisten: ›Wir sind alle Nekronauten, immer schon‹. Unser Auftrag ist die Verbreitung dieser Tatsache: nicht als begreifbares Wissen, sondern eher so, wie Molly Bloom ihrem Gatten den Mund mit Mohnkuchen füllt, diesen Moment dann wiederholt, mit einem stillen Ja.«

Simon Critchley, The International Necronautical Society (INS), Tom McCarthy

Offizielle Mitteilungen

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf, Astrid Sommer, Gabriele Werbeck, Michaela Grabinger und Sven Koch

Broschur, 160 Seiten, zahlr. Abb., 12 x 18,5 cm

€ 14,95, CHF 15,00

  • Reenactment
  • Avantgarde
  • Manifest
  • Gegenwartskunst
  • Performance

»Ein mörderisches, tödliches Spiel. Doch das Ergebnis ist: In dieser Grabnische lebt die Avantgarde wie nirgends sonst.« Stefan Zweifel, Du

Simon Critchley

ist ein britischer Philosoph. Er ist Professor für Philosophie an der New School for Social Research in New York und Teilzeitprofessor an der University of Essex. Seit 2010 unterrichtet er außerdem an der European Graduate School in Saas-Fee und ist zudem Gastprofessor an der Universität Sydney (AUS) und der University of Notre Dame (USA). Zwischen 1998 und 2004 war er Programmleiter am Collège International de Philosophie in Paris.

Simon Critchley
Was ist die institutionalisierte Form des Denkens?
(S. 283 – 296)
Simon Critchley
Fünf Probleme in Levinas’ Sicht der Politik und die Skizze ihrer Lösung
(S. 61 – 74)
Simon Critchley
Is Utopianism Dead?
(S. 155 – 162)

The International Necronautical Society (INS)

wurde von Tom McCarthy gegründet. Sie ist ein neoavantgardistisches Netzwerk von Künstlern, Schriftstellern und Philosophen. In ihrem Gründungsmanifest verschreibt sich die Gesellschaft der Kartierung, Erforschung, Erschließung und möglichen Inbesitznahme von Räumen, die unter dem Banner des Todes stehen. Neben ihrem Generalsekretär und einem Chefphilosophen hat die Gesellschaft eine Propagandaabteilung, ein Ausschlusskomitee und einen Nachrufbeauftragten.

The International Necronautical Society (INS)
INS-Gründungsmanifest 1999
(S. 7 – 12)
The International Necronautical Society (INS)
Navigation war schon immer eine schwierige Kunst
(S. 13 – 56)
The International Necronautical Society (INS)
Shackletons Zehen
(S. 57 – 64)
The International Necronautical Society (INS)
An alle Agenten
(S. 65 – 104)
The International Necronautical Society (INS)
INS-Erklärung zum Verhältnis von Kunst und Demokratie
(S. 105 – 108)
The International Necronautical Society (INS)
INS-Erklärung zur Uneigentlichkeit
(S. 109 – 130)
The International Necronautical Society (INS)
INS-Unterausschuss für Rezessionsästhetik: Zwischenbericht
(S. 131 – 138)
The International Necronautical Society (INS)
INS-Erklärung zum Begriff der »Zukunft«
(S. 139 – 154)

Tom McCarthy

lebt als Künstler und Schriftsteller in London. Er ist Generalsekretär der International Necronautical Society, einem semi-fiktiven Avantgarde-Netzwerk, und hat zahlreiche Erzählungen und Essays veröffentlicht. »8½ Millionen«, sein erster Roman, erhielt 2008 den Believer Book Award. Sein Roman »C« stand 2010 auf der Shortlist des Man Booker Prize.

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