Nutzerkonto

Etablierte Alternativen und Potentiale des Prekariats

Zur Situation der Selbstorganisation in der Schweizer Kunstlandschaft

Isabella Krayer im Gespräch mit Rachel Mader, Sarah Merten und Pablo Müller

28.09.2023, 18:00
Last Tango, Sihlquai 274, 8005 Zürich

Die Konstellation ist paradox: Selbstorganisierte Kunsträume sind als Format etabliert, ihre Ökonomien aber meist prekär; Tendenzen von Professionalisierung sind zunehmend verzahnt mit erfindungsreicher Selbsthilfe. Das Gespräch stellt diese Widersprüche ins Zentrum und reflektiert das gängige Verständnis dieser Situation und fragt etwa: wo liegt das Potential des Prekariats? Braucht die Förderung wirklich Formalisierungen? Wie sähe eine solidarische Finanzierung der Kunstlandschaft aus? Ausgangspunkt der Diskussion ist das Erscheinen der ersten umfassenden Publikation zu selbstorganisierten Kunsträumen in der Schweiz. Im Gespräch mit Herausgeber:innen und Autor:innen des Bandes »Unabhängig, prekär, professionell. Künstlerische Selbstorganisation in der Schweiz« werden Ergebnisse und Thesen daraus vorgestellt und in die Zukunft gedacht reflektiert.

 

Die Publikation ist Ergebnis des Forschungsprojektes ‹Off OffOfff Of? Schweizer Kulturpolitik und Selbstorganisation in der Kunst seit 1980› (2014–2019) durchgeführt von der Forschungsgruppe «Kunst, Design & Öffentlichkeit» am Departement Design & Kunst der Hochschule Luzern.

 

Mit anschliessendem Apéro.

 

Download Flyer (PDF)

Rachel Mader (Hg.), Pablo Müller (Hg.): Unabhängig, prekär, professionell

Selbstorganisierte Initiativen sind aus der Schweizer Kunstlandschaft nicht mehr wegzudenken. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil einer florierenden Szene, sind Nährboden für künstlerische und kuratorische Experimente und bieten ein enorm heterogenes Programm an. Die breite, auch kulturpolitische Anerkennung hat sich aber bis heute nicht in einer angemessenen Förderung niedergeschlagen, was von den Akteur:innen selbst immer wieder kritisiert wird.

 

Die Publikation gibt erstmalig einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Selbstorganisation in der Schweizer Kunstszene und zeichnet die sich in Wechselwirkung dazu herausbildenden kulturpolitische Handhabung dieses sperrigen Phänomens nach. Nebst Untersuchungen einzelner Regionen, kommen in thematischen Gesprächsrunden auch die Akteur*innen aus der künstlerischen Selbstorganisation und der Kunstförderung selbst zu Wort. Ergänzend geben ausgewählte Dokumente Einblick in die vielfältige Nutzung und ästhetische Praxis der Räume und zeigen das sich verändernde Vokabular auf.