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Wissenschaft

One plus one equals other

Dieter Mersch

Epistemologies of Aesthetics

We  identified ‘showing’—rather than ‘saying’—as the primary self-manifestation of the aesthetic. By ‘showing’ and ‘manifestation’ we do not mean expression, but exhibition and exposition. Wherever works work only with aisthēta and relevance is drawn from perceptions or things and their materiality—from every nuance of coloring, from the way in which objects are framed or combined, from the position of a detail, from the interval between two notes and their microtonal succession or arrhythmic placement, from any hesitation of physical feeling,...
  • Diskursanalyse
  • Ästhetik
  • Künstlerische Forschung
  • Epistemologie
  • Denkt Kunst
Maurizio Lazzarato

The endless array of merchandise

In contemporary capitalism, subjectivity is the product of a mass industry organized on a global level. For Félix Guattari this is actually the first and most important of capitalist productions, because it preconditions and is part of production in all other forms of merchandise. Subjectivity is a ‘key merchandise,’ which in its ‘nature’ is put together, developed and manufactured in the same way as a car, electricity, or a washing machine. Capitalism organizes the production and control of subjectivity through two different systems, which weave together the manufacture of the individuated subject (“social subjection”) and what seems to be the opposite, de-subjectification (“machinic enslavement”). Therefore capitalism exercises a twofold hold over subjectivity.

Social subjection involves techniques of government, which pass by way of, and mobilize, representation (political and linguistic), areas of knowledge, discursive visual practices, etc., and produce ‘subjects of rights,’ ‘political subjects,’ in short: ‘subjects’ of ‘I’s,’ of individuals. By...

  • Kapitalismus
  • Daten
  • Identität
  • Gouvernementalität
  • Algorithmen
Neuerscheinungen

 

Themen
Barbara Hahn

Publish or perish?

Vor nicht allzu langer Zeit fiel mir ein Buch in die Hände, verfasst vom Inhaber einer wohldotierten Professur an einer deutschen Universität. Ein erstaunliches Buch. Ich bin mir sicher, dass niemand es gelesen, geschweige denn korrigiert hat, bevor es in den Druck ging. Fast auf jeder Seite die unglaublichsten Fehler; jede Fußnote folgte einer anderen Zitierweise. Ein Buch, geschrieben im tapferen Kampf gegen die deutsche Sprache. Muss ich hinzufügen, dass der Verfasser/die Verfasserin Deutsche Literatur lehrt?

Deutsche Wissenschaftsverlage glauben nicht an peer reviews. Gedruckt wird, wofür ein Druckkostenzuschuss zur Verfügung steht. Auch angesehene Verlage haben längst kein Lektorat mehr. Oft wird nicht einmal mehr zusammen mit dem Autor Korrektur gelesen. Die Bücher, die bei diesem Prozess herauskommen, sehen entsprechend aus. Geschrieben wurden sie durchaus nicht für Leser; sie existieren nur, damit sie auf der Publikationsliste der Verfasser auftauchen (↑ Sammelband). Wobei sich die meisten der an Universitäten Lehrenden auf die üblichen zwei...

  • Bologna-Prozess
  • Schreiben
  • Universität
  • Publizieren
  • Bildungspolitik
Christian Demand

Zur Sprache der Kunstkritik

Im politischen, publizistischen und wissenschaftlichen Diskurs in Sachen Kunst regieren inzwischen derart ausgeprägte volkspädagogische Reflexe, dass Konflikte nur noch höchst selten als solche überhaupt benannt, geschweige denn ausgetragen werden. 
Die fünf Prozent der Bevölkerung, die ernsthaft als potentielle Adressaten für Gegenwartskunst in Frage kommen, haben sich ihrerseits längst daran gewöhnt, ständig mit neuen hermeneutischen Herausforderungen konfrontiert zu werden, ja sie wären enttäuscht, blieben diese auf einmal aus. Das wirft ein ungünstiges Licht auf die These, zeitgenössische Kunst habe es wegen ihrer exorbitanten Komplexität und intrinsischen Sperrigkeit so besonders schwer beim Publikum. Weder hat sie es per se ungemein schwer, wie die Besucherzahlen von Großausstellungen und Kunstmessen zeigen, noch ist sie per se ungemein komplex. Das viel beschworene Gefühl, einer Zumutung ausgesetzt zu sein, das nach der kanonischen Moderneerzählung angeblich den Umgang mit dem jeweils Neuesten auszeichnet, dürfte sich für das Gros der kunstinteressierten Laien inzwischen weitaus häufiger bei der Begegnung...

  • Gegenwartskunst
  • Ekphrasis
  • Kunstkritik
  • Interpretation
  • Hermeneutik

 

The world is all that is the case

Françoise Armengaud, Annabelle Buxton

Wittgenstein’s Rhinoceros

The two young men meet up at the Cambridge railroad station. While waiting for the train, they browse the shelves of the station bookshop. All of a sudden, Wittgenstein grabs Pinsent’s arm: “Look at the title of this book!” “What a coincidence!” exclaims Pinsent, “It is perfect for you!” Both start to laugh. They purchase the novel of a famous English detective novelist entitled A Rhinoceros in the Library. Wittgenstein is very excited. “David, listen carefully,” he says to Pinsent. “I already have three things...
  • Junge Leser
  • Logik
  • Wittgenstein
  • Denken
Kerstin Stakemeier

“Identity, fragile, gives way to identity”

  • Gilles Deleuze
  • Identität
  • Politik
  • Theodor W. Adorno
  • Subjektivierung
  • Félix Guattari
  • Kathy Acker
  • Emanzipation
Cornelia Wild

Welches Maß kennt die Modularisierung?

Die Modularisierung erfolgt im Zeichen der Verwirklichung einer globalen Idee, in der immer wieder betont wird und betont werden kann, wie sehr diese als positive Möglichkeit und nicht als negative Unterdrückung verstanden werden soll. Diese Positivierung konfrontiert uns mit der Unmöglichkeit, uns dagegen zu wehren. Da die Trennung von Selbst und Staat verwischt worden ist, bedeutet jedes Aufbegehren immer auch, sich gegen sich selbst zu wenden. Anstatt zu rebellieren, reagieren die Betroffenen mit Erschöpfung (↑ Lebensführung, studentische). Doch nicht ein Mehr an Wissen führt zur Überforderung der »neuen« Studierenden, sondern die Überforderung resultiert aus der Unmöglichkeit, das zu erwerbende Wissen in eine individuelle Praxis zu überführen. Denn in dem Moment, in dem die individualisierte Technik des rechten Maßes nicht mehr aus eigenem Wunsch heraus erfolgt, kippt sie in eine repressive Maßnahme.

  • Universität
  • Bologna-Prozess
  • Bildungspolitik
  • Bürokratie
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