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Sabine Ammon: Entwerfen. Eine epistemische Praxis
Entwerfen. Eine epistemische Praxis
(S. 133 – 155)

Sabine Ammon

Entwerfen. Eine epistemische Praxis

PDF, 23 Seiten

Sabine Ammon stellt die Frage nach dem Entwerfen als epistemische Praxis mit Bezug auf wissenschaftstheoretische sowie methodologische Positionen. Den Ausdruck epistemische Praxis verwendet sie für einen multiperspektivischen analytischen Zugriff auf das Entwerfen: Im Sinne einer Forschungsperspektive legt sie den Fokus auf die Geneseprozesse des Entwerfens und damit auch auf die Praktiken und Techniken, Materialien und Werkzeuge, Medien und Notationen, Kommunikationsformen und Handlungen, die das Entwerfen begleiten und konstituieren. Als erkenntnistheoretische Methode beinhaltet der Ausdruck für sie aber ebenso die Behauptung, dass sich ein genuines Wissen effektiv nur auf der Basis einer genetischen Begründung nachweisen lasse. Ihre Analyse mündet schließlich in der Überzeugung, dass Begreifen und Schöpfen keine entkoppelten Ebenen darstellen, sondern im Entwurfsvorgang ineinandergreifen und aufeinander einwirken.

  • Wissenschaftsgeschichte
  • Design
  • Interdisziplinarität
  • Künstlerische Forschung
  • Medienwissenschaft
  • Ästhetik
  • Epistemologie

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Deutsch

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Sabine Ammon

studierte Architektur und Philosophie an der Technischen Universität Berlin. Studien- und Forschungsaufenthalte führten sie an die University of London, Harvard University und die ETH Zürich. Darüber hinaus war sie freiberuflich in der Gebäudeplanung tätig. Ihre Dissertation, die sie 2008 an der Technischen Universität Berlin abschloss, entwickelte die erkenntnistheoretische Grundlage für einen prozessualen und pluralen Wissensbegriff. In einem aktuellen Forschungsvorhaben untersucht Sabine Ammon die epistemische Dimension von Entwurfsprozessen im Forschungscluster »Bild, Modell, Entwurf« beim NFS Bildkritik eikones an der Universität Basel.

Claudia Mareis (Hg.), Christof Windgätter (Hg.): Long Lost Friends

Obwohl Design-, Medien- und Wissenschaftsforschungen seit einigen Jahren eine gewisse Konjunktur erfahren, ist die Frage nach ihren Korrelationen bisher nur selten gestellt worden. Der Band reagiert auf diesen Mangel, indem er nach den Schnittstellen und Überschneidungen der drei Disziplinen sucht. Sein Ausgangspunkt ist das gemeinsame Interesse an konkreten Darstellungsweisen des Experimentierens, Aufzeichnens, Entwerfens und Gestaltens. Dabei untersuchen die Beiträge sowohl synchrone Verknüpfungen, durch die Wissensbestände ausgetauscht, Agenden verglichen oder Interdisziplinarität eingefordert wird, als auch ihre historischen Beziehungen, die in der Genealogie der Forschungsfelder und den Gründen oder Motiven ihres Auftauchens zu finden sind: seien es mediale Praktiken, ästhetische Präferenzen oder handwerkliche Fertigkeiten. Ziel ist zum einen die Selbstreflexion der Disziplinen, zum anderen aber auch der Versuch, in ihnen transversale Strategien, Objekte oder Formen ausfindig zu machen. So werden Zukunftsoptionen geschaffen, die weder hinter erreichte Standards zurückfallen noch wehrlos sind gegenüber den Zumutungen der Wissenschaftspolitik.