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Pierre Guyotat: Koma

Pierre Guyotat

Koma

Übersetzt von Heinz Jatho

Gebunden, 224 Seiten

Erscheint am 04.09.2018

Auch aufgrund des zugesprochenen Prix ­Décembre und einer denkwürdigen Lesung durch Patrice Chéreau in Avignon wurde Pierre Guyotats Buch in Frankreich als ­sensationelle Rückkehr des Autors zu Literatur und Publikum gefeiert. Der Text ­
markiert indes nicht nur ein echostarkes Lebenszeichen, sondern auch einen erstaunlichen sprachlichen Neuanfang mit einer in den darauf­folgenden Jahren äußerst ­produktiven Schaffensphase. Nach Herkunft, dem Bericht eines Kindes, das sich ­angesichts von Krieg und Ver­nichtung und in der Befragung von Glaube und Natur ganz einem Leben als Dichter ­verschreibt, und In der Tiefe, das den engen Zeitraum von nicht mehr als acht Sommerwochen im fünfzehnten Lebensjahr des Autors, zwischen offenem ­Schöpfungsakt und geheimnisvoller Sexualität umkreist, liegt mit Koma nun auch das Buch zu Guyotats langjähriger, psychiatrischer Krise und seiner Befreiung aus dieser vor.


Der als Diktat aufgezeichnete Text bricht mit den Mitteln einer neuen Sprache die Stummheit, den Ekel und die Unmöglichkeit, je wieder »Ich« sagen zu können, auf und zeichnet mit quasi mythisch-biographischen Mitteln einen emphatischen Weg zurück
zu Leben und Kunst.

  • Autobiographie
  • Krise
  • Trauma
  • Schreiben
  • Identität

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Pierre Guyotat

Pierre Guyotat

gilt als einer der bedeutendsten Avantgardisten und Erneuerer der französischen Literatur. Seit früher Jugend schriftstellerisch tätig, veröffentlichte er 1961 seinen ersten Roman »Sur un cheval«. Im gleichen Jahr wurde er in den Krieg nach Algerien einberufen, wo er 1962 wegen Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft kam. Mit seinen beiden Werken »Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten« und »Eden Eden Eden«, das eine scharfe Kontroverse auslöste und jahrelanger Zensur anheim fiel, wurde er einem breiten Publikum bekannt. Nachdem sein von radikalem Formwillen geprägtes Schreiben durch eine mehrjährige psychiatrische Krise abrupt unterbrochen wurde, fand er 2006 mit dem diese Zeit verarbeitenden Werk »Coma« zurück in die Öffentlichkeit. Seine zahlreichen seither erschienenen Werke zeugen von großem Stilreichtum und unermüdlicher Arbeit an der Literatur.

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