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News + Veranstaltungen

Die Sammlung (1987–2006) – Performance Chronik Basel – Band II

26.01.2017, 19:00

Kaskadenkondensator
Burgweg 7
4058 Basel
Schweiz

Buchvernissage Performance-Chronik Basel (1987–2006)

08.12.2016, 18:00

Galerie Stampa
Spalenberg 2
4051 Basel
Schweiz

Philosophisches Café extra: Joseph Vogl und Wolfgang Streeck im Gespräch

15.12.2016, 19:00

Freie Akademie der Künste
Klosterwall 23
20095 Hamburg
Deutschland

Aktuell

Zuerst würde der Blick über den grauen Teppichboden eines langen, hohen und schmalen Korridors gleiten. Die Wände wären Einbauschränke aus hellem Holz, deren Messing­beschläge glänzten. Drei Stiche – der eine stellt Thunderbird dar, Sieger in Epsom, der andere einen Schaufelraddampfer, die Ville-de-Montereau, und der dritte eine Lokomotive von ­Stephenson – würden zu einem von großen, schwarz gemaserten Holzringen gehaltenen Ledervorhang führen, der sich durch eine einfache Handbewegung zurückschieben ließe. Nun würde der Teppichboden einem fast gelben Parkett weichen, das drei...

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Aktuell

Philipp Felsch

Offen gestanden versuche ich, das Wort ›Praktiken‹ inzwischen möglichst selten zu verwenden. Denn bei den letzten Malen zerfiel es mir manchmal wie ein modriger Pilz im Mund. Wenn ich es von anderen höre, reagiere ich skeptisch: Kaum ein anderer Begriff kommt innerhalb der Wissenschaftsgeschichte und den angrenzenden Kulturwissenschaften nämlich mit einer so massiven Selbstevidenz daher. Meistens nicht allein, sondern von einem Attribut begleitet. Dann ist von ›diskursiven‹, ›epistemischen‹ oder ›kognitiven‹ Praktiken die Rede. Stets geht es darum, etwas, das mit Wissen, mit Denken oder Begriffen zu tun hat, in Wirklichkeit als Praxis zu erweisen. Soweit ich sehe, ist das seit den achtziger Jahren der Fall. Doch anders als damals werden die Voraussetzungen, die Ansprüche und Implikationen dieser Umdeklarierung heute kaum noch diskutiert. Eine diffuse Bedeutung, die immer mittransportiert wird, lautet: »Hier wird keine Ideen­geschichte getrieben.« – »Und das ist auch gut so!«, könnte der oder die Betreffende sogleich hinzufügen, denn einer weiteren Begründung bedarf es nicht. Mit Roland Barthes gesprochen haben wir es mit einem Alltagsmythos der Wissenschaftsgeschichte zu tun. Wer ankündigt, ›Praktiken‹ erforschen zu wollen, weiß den common sense der Kolleginnen und Kollegen auf seiner Seite. Doch worauf stützt sich diese Übereinkunft eigentlich? Welche theoretischen Referenzen sind in sie eingeflossen? Oder ging sie in den achtziger Jahren nicht aus Theorie, sondern aus einer besseren Empirie hervor?


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    Eine Carte Blanche für Künstler, Autoren, Denker, einen Leerraum zu besetzen und eine Atempause zu markieren.

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    Auf der Suche nach einer Werkform in der einzigen Verdichtung auf die Exaktheit einer Zahl: 1000 Wörter
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Kunst

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1929 ist ein reiches Jahr in einer Zeit des Umbruchs. Spannungsfelder der Globalisierung in der Kultur zeigen sich darin wie in einem Prisma: 
Bronislaw Malinowski veröffentlicht seine Untersuchung über die Trobriand-
Indianer, Ernst Jünger »Das abenteuerliche Herz«, Kurt Kläber sein 
pazifistisches Manifest »Krieg«, Robert Byron »The Byzantine Achieve­ment«, Erika Mann zusammen mit ihrem Bruder Klaus »Rundherum. Das Abenteuer einer Weltreise«, Winston Churchill den vierten Band von »The World Crisis«. Kemal Atatürk gibt eine türkische Version des Korans in Auftrag, die Londoner...

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  • Aby Warburg
  • Bataille
Bücher

Literatur

Literatur

"This is a book about the power that a past War holds over a German growing up in the 1950s and 1960s: born too late to see that war and too early to forget it. The narrative shows how painfully public events — the shadows, rather, of events gone by — intrude upon a life and shape it.
The English translation appears at a moment when most of the key issues have radically changed. Germany has signed what amounts to a peace treaty with her former enemies, and she is one again; Louis, without whose light the narrator’s life would have turned dark long ago, has died of Aids; the narrator himself is no longer an awkward job seeker in America, but a professor at a graduate school in New York.
Yet, now even more than when I wrote them, I dare believe that these pages tell something of the human condition. ­Nothing indeed has changed. Ghosts, it has appeared...

  • Autobiographie
  • 1968
  • Erinnerung
  • Homosexualität
  • Emigration
Magazin

Reiner Schürmann

Herman beharrt. Dreimal mindestens habe ich seinen Blick auf mir gespürt. Das erste Mal am Tag nach dem Kongreß. Ich betrachtete die Weihnachtsdekoration in einer Straße mit Fertigbungalows. Vor den Häusern gab es Engel, Rehe, Gipsmadonnen und Weihnachtsmänner auf einem Schlitten, den acht Rentiere vom Nordpol her zogen. Ich stand vor einem aufblasbaren Weihnachtsmann, umringt von drei ­lebensgroßen Chorknaben. Die Straße war schlecht beleuchtet. Ihre roten, von innen beschienenen Chorhemden strahlten ein warmes, kräftiges Licht aus. Das Wasser in einem Plastikschwimmbecken war vereist. Einige Spielsachen waren darin eingefroren. Plötzlich wurde leise ein Vorhang beiseitegeschoben. Die Glühbirnen in den Chorknaben strahlten zu stark. Das Fenster lag direkt hinter ihnen. Bunte Lampions hingen hier und dort. Ich erkannte die Silhouette nur schlecht. Doch es waren dieselben Augen wie jene am ersten Kongreßtag. Wie angewurzelt blieb ich zwischen Schnee- und Streusalzkrusten mitten auf der Straße stehen.


Beim zweiten Mal aß ich mit Lothar, einem Angestellten der deutschen Botschaft, zu Abend. Das Restaurant hieß Chez Brown. In einer Ecke spielte ein kleines Orchester mit einem Schnulzensänger. Schwarze in silbrigen Anzügen. Lothar lachte über mich:


»Ängste wegen des Krieges zu haben! Dabei kann man eine Mordsknete damit machen. Schau mal meinen Preußenkopf, blond und so. In jedem Nazifilm bekomme ich eine Rolle. Ich brauche nur zu brüllen ›Raus, raus!‹ und alle sind begeistert. ›Typisch‹, sagen sie. Und ich kassiere ab. Im Fernsehen ist es genauso. Ich könnte einmal pro Woche als Statist arbeiten. Schau meine Stiefel, der...

Bücher

Diskurs

Diskurs

In seinem Essay »Circles« schreibt Ralph Waldo Emerson: »Our life is an apprenticeship to the truth, that around every circle another can be drawn; that there is no end in nature, but every end is a beginning; that there is always another dawn risen on mid-noon, and under every deep a lower deep opens.« Ein Ende als den neuen Anfang eines weiteren Zirkels zu verstehen, selbst mitten am Tag einen Morgen zu erahnen, folgt einer für die in diesem Band...

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Magazin

Mário Gomes

Kaum etwas setzt schneller Rost an als Kriegsgerät und Literatur. Da nützt weder Pflege noch Wartung, am besten ist es, man lässt das Material einrosten und rüstet derweil am anderen Ende nach, erweitert Bestände, feilt an Technologien und poliert vor allem die Oberflächen auf Hochglanz, bzw. man nimmt den einfachen Weg und lässt eine Glanzschicht auftragen – einen feinen, seidenen Film –, denn so geht das heutzutage: man trägt auf. Dieser chemische Glanz der Panzer und Bücher kommt von der Sprühdose. Er hält allerdings nicht lange, sondern schwindet, sobald das Auge sich abwendet, und das Auge wendet sich schnell ab. Wo der Blick dann aber als nächstes hin eilt, glitzert und funkelt es wieder: bei jeder Militärparade wie bei jeder Buchmesse.

Dieser Glanz ist jedoch bei weitem nicht das einzige, was Krieg und Literatur verbindet. Ihre Verknüpfungen sind vielfältig und verworren. Wo Gewalt aufhört und das Schriftzeichen anfängt, ist selten klar, denn Krieg und Literatur stehen nicht etwa in einem Verhältnis der Affinität, sondern in einem der Spannung und Überlagerung, was letztlich auch erklärt, weshalb einem Clausewitz sehr viel mehr über Literatur zu entnehmen ist als dem Gesamtbestand literaturwissenschaftlicher Publikationen. Wer die Ilias gelesen und Heraklit noch nicht vergessen hat, versteht, was gemeint ist. Der Vater aller Literaturen ist der Krieg – oder meinetwegen die Gewalt –, alles andere dagegen ist Sand, den man der geneigten Leserschaft in die Augen streut, Sand, der aus den Büchern regelrecht herausrieselt, wenn man nur...

Bücher

Wissenschaft

Magazin

Dieter Mersch

To begin our journey, we must first examine the question of art as beauty and of aesthetics as a branch of philosophy—not simply as a theory of perception, but first and foremost as a science of the ‘beautiful’ and the ‘sublime’. In the early modern period, whenever the arts are mentioned, they are almost always referred to as the ‘fine’ or beautiful arts. As is well-known, aesthetics has two beginnings; in the eighteenth century and in the nineteenth century. Alexander Baumgarten first defined aesthetics as a scientia sensitiva or science of perception. In German Idealism, Georg ­Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, and Friedrich Hölderlin revisited aesthetics, ­defining it as a theory of art. The relationship between the two is not immediately clear. The former was grounded mostly in aisthēsis, a form of cognition classified as belonging to the physical abilities of sensations, and was situated in the lower ranks of thought (intellectus et ratio). While Baumgarten did aim to elevate perception, he never let go of the established hierarchy. Aesthetics was lifted up only to be pushed down again by according it a precarious relationship to epistēmē. For Baumgarten, only “dark comprehension” (perceptiones obscurae) could give rise to cognitiones sensitivae. In Hegelian thought in contrast, aesthetics is a philosophy of art which understands the ‘work’ as the crystallization and embodiment of an ‘idea’. From the start, aesthetics was considered to be a kind of thought similar but subordinate...

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