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Die Sammlung (1987–2006) – Performance Chronik Basel – Band II

26.01.2017, 19:00

Kaskadenkondensator
Burgweg 7
4058 Basel
Schweiz

»Es gibt ein ewiges Wesen des Theaters«: Vortrag von Alain Badiou

27.01.2017, 20:00

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin
Deutschland

Yves Netzhammer: Concave Thoughts
A visual parcours with books and animations

26.01.2017, 19:00

ESPACE DIAPHANES
Dresdener Str. 118
10999 Berlin
Deutschland

Aktuell

Es stand nicht gut ums Wissen, ca. 1980. Genau genommen ging es schon seit der Frühen Neuzeit kontinuierlich bergab. Das mechanistische Weltbild und dessen Ideale – Quantifizierbarkeit, Messbarkeit, Wiederholbarkeit, usw. –, die seit ­Descartes, Galileo und Newton um sich zu greifen begannen, zeigten nun endgültig ihr hässliches, kaltes Gesicht. Drogenkonsum, das Emporschnellen der Suizid­raten, der Höchststand des »misery index«, das universelle Gefühl der Entfremdung waren deren logischer Endpunkt. Gefühle, Phantasie, Geist, Seele, alles Organische und Irrationale hatten in dieser Welt als großem...

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Aktuell

Stefan Zweifel

Jede Nummer eine Art Meta-Collage

Abgehackte Rinderfüße vor Schlachthöfen, gewaltige Blutstriemen am Boden, hingepinselt nicht von Francis Bacon, sondern von anonymen Metzgergesellen, dann große Zehen von Menschen, die unsere verdrängte Unbeholfenheit und Hässlichkeit zeigen sollten, oder ersterbende Fliegen, die als dunkle Wolke des Todes auf Klebepapier wimmeln, zwischen all diesen fotografischen Ekelerregungskunststücken tauchte in der siebten Nummer der Zeitschrift »Documents« 1929 auch die Fotografie einer seltsam geformten Manuskriptrolle auf: die »120 Tage von Sodom«, jene schauerlichste Abrechnung mit dem Projekt der Aufklärung, die der Marquis de Sade 1785 verfasste, ein Schriftstück, das noch weit mehr als die verhackstückte Tier- und Menschenmaterie das absolute Grauen symbolisiert, den namenlosen Schrecken und das Unsägliche, zu dem der Mensch fähig ist.

Mit dieser geradezu als Fetisch verehrten, 12 Meter langen, aus winzigen Zetteln zusammengeklebten Rolle, in der Sade 600 menschliche Perversionen auflistete und die er vor Gefängniswärtern der Bastille in einem Dildo verbarg, der ab und zu unter »hohen spitzen Schreien« aus seinem Hintern auftauchte, mit diesem »Anuskript« wollte Georges Bataille seine Theorie des »Unförmigen« illustrieren, sie war gleichsam der Mikrokosmos des Makrokosmos der ganzen Zeitschrift: Rinderfüße und Schriftrolle nämlich sind sämtlich Elemente, die aus dem Chaos der sogenannten »niederen Materie« auftauchen, aus jenen Niederungen, die keinen Sinn machen, die sich nicht durch Vernunft erklären und beherrschen lassen, die dem systematischen Zwang zum Homogenen als das Heterogene gegenüberstehen und als das ewig unzähmbare Andere, als zerfetzte Glieder des zerstückelten Dionysos andeuten, aus welchem Abgrund von Weh und Trauer der schöne...

  • Georges Bataille
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Magazin
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    Versuchen, was das sein könnte, seit Montaigne noch immer.

  • Eine Carte Blanche für Künstler, Autoren, Denker, einen Leerraum zu besetzen und eine Atempause zu markieren.

  • FIKTIONARIUM

    Fortlaufender Glossar des Vorstellbaren

  • Tausend Wörter

    Auf der Suche nach einer Werkform in der einzigen Verdichtung auf die Exaktheit einer Zahl: 1000 Wörter
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Magazin

Artur Zmijewski

Gerald Matt in Conversation with Artur Zmijewski

Film is a space of freedom – you can behave cynically, or even cruelly, and the viewers will think it’s ›just acting‹ anyway, so you have an alibi.
 Reality is a bit like we describe it. Our bodies are also like we describe them. Disease is pathophysiology’s narrative about the body. Old age is the narrative about the body told by the social security system. Bodies happen to be as society wants them. If it’s a nationalised body, for instance, one called up into the army, the narrative will be potentially tragic and lofty at the same time. […]

Compassion is a concept invented for the purpose of the onlookers – it’s their alibi. I look because I sympathise, not because I’m fascinated by physical deformity – such as the sight of a legless man. And yet it’s also a roadshow of forms, a theatre of strange visual combinations, of unexpected shapes. I go to the hospital to visit the patients, not because it’s an extreme experience, a glimpse of the ›between‹, between life and death, between suffering and the comfort of a healthy body – a sight that hypnotises, fascinates, because it also pertains to us.


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Neuerscheinungen

Kunst

Kunst

The Cube, as we can see, isn’t one. It is an ­irregular polyhedron which catalogues describe as having twelve sides — that nice figure, twelve, a destinal figure if ever there was one, which willfully evokes Mallarmé’s throw of the dice, at the very moment that the clock strikes twelve at midnight, in the dark house of Igitur. One can imagine that Giacometti wanted to give a unique volume to the twelve facets — six and six — of two cubes added together: a unique architecture...

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  • Alberto Giacometti
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  • abstrakte Kunst
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Magazin

Susanne Witzgall

Can we be too fragile for real contact?

Kerstin Stakemeier: I would love to start by taking up what Claire was saying about the figure of the intruder and about intrusion and asking how you, Okwui and Sarah would respond to that, how you would reflect it back on to both of your contributions.

 

Okwui Enwezor: I think the encapsulation of this discussion in terms of the relationship between the intruder and hospitality is so perfect and apt because it is only in that context that the question of an unsettling disturbance arises. I think that intrusion has a force to it – a force that also provokes recognition and I think it is in that space of recognition that the debates about fragility can really happen. And I am very grateful that you brought this up, Claire. Of course, in my text there is a longer passage about Derrida, about hospitality, which relates precisely to this. I want to briefly speak about this text and how it came to inform the project I had undertaken, because when I was invited by the French Ministry of Culture and the subsidiary parastatal called Delegation aux Arts plastiques to take on the Paris Triennale, my brief was to create an exhibition about the French artistic scene. And I thought I might be the most unqualified person to take on such an exhibition, because that was in itself an invitation of exploration, of incursion, of really travelling to out-France and find native...

Magazin

Swantje Karich

Überwachen und Straffen

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Bücher

Literatur

Literatur

Später, als er auf seinem Balkon saß und den Hund aß, dachte Dr. Robert Laing über die außergewöhnlichen Ereignisse nach, die sich während der vergangenen drei Monate in diesem riesigen Apartmentgebäude zugetragen hatten. Jetzt, da sich alles wieder normalisiert hatte, überraschte es ihn, dass es keinen offenkundigen Anfang gegeben hatte, keinen Punkt, von dem ab ihr Leben in eine deutlich unheilvollere Dimension eingetreten war. Mit seinen vierzig Stockwerken und tausend Apartments, seinem Supermarkt und seinen Swimmingpools, seiner Bank und seiner...

  • Gegenwartsliteratur
  • Dystopie
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Magazin

Maria Zinfert

“With a woman like that you can even live in ­Berlin”

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  • Sammlung
  • 20. Jahrhundert
  • Fotografische Bilder
  • Porträt
  • Exil
  • Siegfried Kracauer
  • Geschichte der Fotografie
  • Fotografie
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  • 1950er Jahre
  • Paris
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Bücher

Diskurs

Diskurs

Kracauer. Photographic Archive presents  largely unknown material from the estate of the German-American theorist of film and photography, ­Siegfried Kracauer and his wife and assistant Elisabeth, known as Lili. The single and group portraits, still lifes, street scenes and landscapes collected in this book all come from the estate of Siegfried Kracauer. Published here for the first time, they are an extensive and representative selection from the enlargements, contact sheets and rolls of film originally archived by Lili Kracauer. With...

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Magazin

Mário Gomes

Über literarische Sprengkraft

Kaum etwas setzt schneller Rost an als Kriegsgerät und Literatur. Da nützt weder Pflege noch Wartung, am besten ist es, man lässt das Material einrosten und rüstet derweil am anderen Ende nach, erweitert Bestände, feilt an Technologien und poliert vor allem die Oberflächen auf Hochglanz, bzw. man nimmt den einfachen Weg und lässt eine Glanzschicht auftragen – einen feinen, seidenen Film –, denn so geht das heutzutage: man trägt auf. Dieser chemische Glanz der Panzer und Bücher kommt von der Sprühdose. Er hält allerdings nicht lange, sondern schwindet, sobald das Auge sich abwendet, und das Auge wendet sich schnell ab. Wo der Blick dann aber als nächstes hin eilt, glitzert und funkelt es wieder: bei jeder Militärparade wie bei jeder Buchmesse.

Dieser Glanz ist jedoch bei weitem nicht das einzige, was Krieg und Literatur verbindet. Ihre Verknüpfungen sind vielfältig und verworren. Wo Gewalt aufhört und das Schriftzeichen anfängt, ist selten klar, denn Krieg und Literatur stehen nicht etwa in einem Verhältnis der Affinität, sondern in einem der Spannung und Überlagerung, was letztlich auch erklärt, weshalb einem Clausewitz sehr viel mehr über Literatur zu entnehmen ist als dem Gesamtbestand literaturwissenschaftlicher Publikationen. Wer die Ilias gelesen und Heraklit noch nicht vergessen hat, versteht, was gemeint ist. Der Vater aller Literaturen ist der Krieg – oder meinetwegen die Gewalt –, alles andere dagegen ist Sand, den man der geneigten Leserschaft in die Augen streut, Sand, der aus den Büchern regelrecht herausrieselt, wenn man nur...

Magazin

Okwui Enwezor


Verstörung und die Politik der Sichtbarkeit


In Tristes Tropiques, dem bahnbrechenden ethnografischen Reisebe­richt, der 1955 veröffentlicht und international gefeiert wurde, beginnt der große Anthropologe Claude Lévi-Strauss die Schilderung seiner legendären Forschungsreise in das Landesinnere von Brasilien in skeptischem Ton: »Ich verabscheue Reisen und Forschungsrei­sen­­de. Trotzdem stehe ich im Begriff, über meine Expeditionen zu berichten.« Trotz seines hybriden Formats – einer Kombination aus Memoiren, Reiseliteratur und Ethnografie – entwickelte sich Tristes Tropiques zu einem Bestseller. Das Buch fand eine Leser_innenschaft, die weit über ein Nischenpublikum von Expert_innen hinausging, und etablierte seinen Autor umgehend als bedeutende Figur auf den Feldern der Anthropologie und des Strukturalismus. Das Werk er-schien an einem historischen Wendepunkt, nicht nur im Hinblick auf die Veränderungen der Anthropologie durch den Strukturalismus – auf Grundlage einer Analyse der Gesellschaft anhand der Strukturen von Sprache und Kultur –, sondern auch weil es in einer Periode der Nachkriegszeit vorgestellt wurde, als die Ethnografie sich durch die großen Bewegungen der Entkolonialisierung wandelte. Die in der Disziplin stattfindenden Veränderungen erforderten nicht nur ein Umdenken in Bezug darauf, wie anthropologische Methoden (Feldforschung als teilnehmende Beobachtung) und Diskurse (ethnogra­fisches Schreiben) das Verständnis kolonisierter Gesellschaften und ›entlegener‹ Kulturen prägen, sondern auch eine Neubewertung des zugrunde liegenden Systems der kolonialen Moderne, aus der sich die zentrale Entwicklungsdynamik in der Interaktion zwischen europäischen und nichteuropäischen Kulturen ergab. 


Auch wenn er keine Inkarnation der dramatischen Neuordnung des modernen Systems war, enthielt der Titel des Buches, Traurige Tropen, in seiner Narration doch ein gewisses Maß an Elegischem....

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  • Kapitalismus
  • Gegenwartskunst
  • Identität
  • Digitale Kultur
Bücher

Wissenschaft

Wissenschaft

Dokumentarische Kunstpraktiken haben derzeit Hochkonjunktur, ob in Fotografie, Film, Theater, performativen Kunstexperimenten oder Literatur. Über einen »neuen Realismus« wird in der Philosophie ebenso wie in der künstlerischen Produktion diskutiert. Ein postkonstruktivistischer Realismus misstraut der Repräsentation, weiß um die Gemachtheit der Darstellung und will auf die Selbstreflexivität künstlerischer Praktiken nicht verzichten. Doch weder ist den gegenwärtigen Realismen das Begehren nach unmittelbarer Wirklichkeitserfahrung fremd, noch verzichten sie auf Wirklichkeitskritik und politische Intervention. Immer wieder geht es um die Herstellung einer Berührung mit...

  • Denkt Kunst
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  • Dokumentarfilm
  • Ästhetik
Magazin

Maurizio Lazzarato

The endless array of merchandise

In contemporary capitalism, subjectivity is the product of a mass industry organized on a global level. For Félix Guattari this is actually the first and most important of capitalist productions, because it preconditions and is part of production in all other forms of merchandise. Subjectivity is a ‘key merchandise,’ which in its ‘nature’ is put together, developed and manufactured in the same way as a car, electricity, or a washing machine. Capitalism organizes the production and control of subjectivity through two different systems, which weave together the manufacture of the individuated subject (“social subjection”) and what seems to be the opposite, de-subjectification (“machinic enslavement”). Therefore capitalism exercises a twofold hold over subjectivity.

Social subjection involves techniques of government, which pass by way of, and mobilize, representation (political and linguistic), areas of knowledge, discursive visual practices, etc., and produce ‘subjects of rights,’ ‘political subjects,’ in short: ‘subjects’ of ‘I’s,’ of individuals. By producing us as individuated subjects, social subjection assigns an identity to us, a sex, a profession, a nationality, and so on. It is a signifying and representative semiotic trap which no one escapes. In contemporary capitalism, these processes and techniques find their realization in the “human capital” which makes each one of us a subject responsible for and guilty of his own actions and patterns of behaviour. The ‘free subject’ – in the sense of ‘delivered’ from all personal subordination – is realized in the figure of the self-entrepreneur and...

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