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Rüdiger Campe: Form und Leben in der Theorie des Romans
Form und Leben in der Theorie des Romans
(S. 193 – 211)

Rüdiger Campe

Form und Leben in der Theorie des Romans

PDF, 19 Seiten

  • Vitalismus
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Rüdiger Campe

ist Professor and Chair of German an der Yale University, dort ist er zugleich mit dem Department of Comparative Literature und dem Program for Film and Media Studies affiliiert. Zuvor unterrichtete er an der Johns Hopkins University in Baltimore. Er erhielt 2002 den Preis der Aby Warburg-Gesellschaft und 2011 den Humboldt-Forschungs-Preis. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissensgeschichte der Literatur seit der Frühen Neuzeit, barockes Theater, Geschichte der Rhetorik und Ästhetik des 18. Jahrhunderts, der moderne Roman, Theorie der Fürsprache.

Weitere Texte von Rüdiger Campe bei DIAPHANES
Armen Avanessian (Hg.), Winfried Menninghaus (Hg.), ...: Vita aesthetica

Gegenstand des Bandes ist die grundlegende Transformation des Denkens ästhetischer »Lebendigkeit« in der Epoche der philosophischen Ästhetik. Entscheidend für die Neubestimmung des klassisch-rhetorischen Topos und die Inauguration eines neu verstandenen ästhetischen Lebensbegriffes ist zunächst die parallele, vielfach verschränkte Entwicklung der Disziplinen Biologie und Ästhetik im Zeitraum von 1750 bis 1800. So vollzieht sich mit der Entwicklung der Naturgeschichte zu einer Wissenschaft des Lebens – der Biologie – ein Umbruch im klassischen Denken der Natur. In der Ästhetik wiederum rückt zeitgleich mit dem Konzept eines ästhetischen »Belebens« bzw. »Lebens des Subjekts« (Kant) die Eigenständigkeit eines sich selbst erhaltenden Modus von Wahrnehmung, Urteil und »Lust« in den Vordergrund.

Im 19. Jahrhundert zeigen sich die Spannungen, die den ästhetischen Lebensbegriff auszeichnen, dann konkreter ausgestaltet. Hier wird die Kehrseite emphatisch begriffener Lebenskonzepte etwa an untoten Vampiren und übermenschlichen Monstern anschaulich. Die in den Lebensbegriff eingetragenen Ambivalenzen zeigen sich ebenfalls in der mit der Ästhetik verknüpften generellen Frage des Wissens vom Leben.

Entlang einer Vielzahl unterschiedlicher Szenarien entfalten Literaturwissenschaftler, Kunsthistoriker, Wissenshistoriker und Philosophen die vita aesthetica kunstvoller Zeichenpraktiken im 18. und 19. Jahrhundert und untersuchen das Nachleben des älteren Topos der Lebhaftigkeit/Lebendigkeit in seinen epistemologischen und ästhetischen Dimensionen.

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