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Tobias Conradi, Serjoscha Wiemer: Befreites Wissen
Befreites Wissen
(S. 151 – 155)

Academia.edu und die Zählbarkeit von Wissenschaft

Tobias Conradi, Serjoscha Wiemer

Befreites Wissen
Academia.edu und die Zählbarkeit von Wissenschaft

PDF, 5 Seiten

Academia.edu ist eine Online-Plattform, die als soziales Netzwerk für WissenschaftlerInnen und akademische Forschung konzipiert ist. Viele KollegInnen nutzen die Plattform bereits als Teil der eigenen wissenschaftlichen Praxis. Bei Academia.edu geht es für die NutzerInnen um komfortable Suchfunktionen und Zugriff auf wissenschaftliche Texte sowie um ›Sichtbarkeit‹ und Wahrgenommen-Werden. Erreicht wird dies durch die Pflege des eigenen Profils und durch das Teilen von wissenschaftlichen Artikeln, die auf die Server des Unternehmens per Upload übertragen werden.
Alles, was die Plattform anbietet, funktioniert reibungslos. Sie ist ein effektives Werkzeug zum Management der eigenen Online-Präsenz als Akademiker. Dennoch wird zunehmend Kritik an der Plattform geäußert. Erklärtes Ziel von Academia.edu ist es, die Zukunft der Wissenschaft zu verändern. Nicht nur durch Vernetzung und veränderte Publikationspraxen, sondern auch durch die implementierte Logik von Rankings, Metriken und ›participatory surveillance‹ nimmt die Plattform Einfluss auf die Zukunft der akademischen Arbeit. Es ist notwendig, dies als mediale und inhärent politische Herausforderung zu verstehen.

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Tobias Conradi

ist Postdoktorand am ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften in Potsdam.
Forschungsschwerpunkte: Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Kritik, Krise und Entscheidung.

Serjoscha Wiemer

ist Akademischer Rat am Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn. Forschungsschwerpunkte: Theorien und Ästhetiken digitaler Medien, Spiel & Epistemologie, Bewegtbilder.
Weitere Texte von Serjoscha Wiemer bei DIAPHANES
Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hg.): Zeitschrift für Medienwissenschaft 14

Die ökologischen Fragestellungen, die derzeit auf vielen Feldern der Kultur- und Medienwissenschaft diskutiert werden, gewinnen ihre Brisanz durch die weltweit geführten Debatten um Erderwärmung und Klimawandel. Im Begriff des Anthropozäns haben sie einen mächtigen gemeinsamen Nenner gefunden. Sie vermitteln eindringlich, dass die dauerhafte Veränderung der Erde durch technische Infrastrukturen, durch künstliche Umgebungen und durch Eingriffe in bestehende Ökosysteme ein Umdenken in den Natur- und in den Geisteswissenschaften gleichermaßen erzwingen sollte. Das Verhältnis von Technik, Kultur und Natur steht zur Disposition und damit auch eine Reihe von Grundbegriffen der Medienwissenschaft. Aus dieser Einsicht heraus formieren sich Ansätze, die nach dem systematischen Einsatz und der historischen Rolle von Ökologien der Medien fragen. Doch was damit gemeint ist, wie das Verhältnis von Medien und Ökologie gefasst werden könnte, welche Plausibilitäten die Ökologie für die Medienwissenschaft hat und welche Gegenstände die Medienwissenschaft ökologisch zu erfassen vermag, wird selten genauer in den Blick genommen. Die 14. Ausgabe der Zeitschrift für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt »Medienökologie« setzt dazu an, Gebiete möglicher Medienökologien in historischer wie systematischer Sicht zu kartieren.

Schwerpunktredaktion: Petra Löffler und Florian Sprenger.

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