Nutzerkonto

Thomas Hirschhorn: Crystal of Resistance
Crystal of Resistance
(S. 111 – 126)

Thomas Hirschhorn

Crystal of Resistance

PDF, 16 Seiten

Thomas Hirschhorns Essay schildert die Umstände und Überlegungen, die ihn zur Arbeit Crystal of Resistance (realisiert im Schweizer Pavillon anlässlich der Biennale Venedig 2011) veranlasst haben. Einem Leitfaden gleich formuliert er dabei drei Fragen, die ihn sowohl bei der Recherche zur Arbeit, bei deren Aufbau sowie im begleitenden Text geführt haben: »Erstens: Kann meine Arbeit einen neuen Begriff der Kunst erschaffen? Zweitens: Kann meine Arbeit einen ›kritischen Körper‹ aufbauen? Drittens: Kann meine Arbeit ein ›Nicht-exklusives Publikum‹ implizieren?« So schildert er eingangs, wie er Kinder auf einem Autoparkplatz unterhalb des Rhônegletschers Kristalle verkaufen sah, eine Beobachtung, die zur Schlüsselszene für sein Interesse an diesen Körpern wurde. Vom Kristall und der Szenerie mit den Kindern ausgehend legt er die Parameter seines künstlerischen Selbstverständnisses und Schaffens dar, das geprägt ist von einem »vierteiligen Form- und Kraftfeld (Liebe, Philosophie, Politik, Ästhetik)« sowie der Überzeugung, dass Kunst als Ort des Widerstands verstanden werden muss.

  • Kunstkritik
  • Gegenwartskunst
  • Öffentlichkeit
  • Politik

Meine Sprache
Deutsch

Aktuell ausgewählte Inhalte
Deutsch, Englisch, Französisch

Thomas Hirschhorn

ist Künstler. Er lebt und arbeitet in Paris. 2002 nahm er an der documenta 11 in Kassel teil. Weitere wichtige Ausstellungen waren Das Auge in der Wiener Secession (2008); 24h Foucault im Palais de Tokyo, Paris (2005) und Swiss-Swiss Democracy am Centre Culturel Suisse in Paris (2004).

Weitere Texte von Thomas Hirschhorn bei DIAPHANES
Rachel Mader (Hg.): Radikal ambivalent

Wie ist das Verhältnis zwischen Kunst und Politik heute? Erzielt engagierte Kunstproduktion Wirkungen im öffentlichen, politischen Raum? Wie ist es um die Lesbarkeit von visuellen Botschaften in Kunst und Kultur bestellt? In jüngster Zeit treten zunehmend mehrdeutige und unentschiedene Codes und Zeichen an die Stelle einer klaren und deutlichen Bildsprache. Während die einen dafür die Komplexität der Inhalte und Vielfalt der Formen verantwortlich machen, interpretieren andere dies als politische Strategie der Verweigerung gegenüber einer Instrumentalisierung. Der Tenor der Kunstkritik ging in den letzten Jahren sogar so weit, die Uneindeutigkeit zum Qualitätsmerkmal gehaltvoller Kunst schlechthin zu erheben. Die in dieser Publikation versammelten Aufsätze hinterfragen das Phänomen »Ambivalenz« aus kritischer Perspektive und untersuchen seine Mechanismen und gesellschaftlichen Funktionen.