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Ulrike Haß: Die zwei Körper des Theaters
Die zwei Körper des Theaters
(S. 139 – 159)

Ulrike Haß

Die zwei Körper des Theaters
Protagonist und Chor

PDF, 21 Seiten

Die doppelte Anlage des Theaters und seine doppelte Körperschaft datieren aus der antiken Konstellation. Sie sind für das Theater derart wesentlich, dass sie trotz aller Formveränderungen des Theaters nie aufgegeben, sondern immer wieder neu konstituiert worden sind. Ihr Zusammenhang lässt sich mit einer Formel von Jean-Luc Nancy als »singulär plural sein« bezeichnen. Sofern diesen beiden Termen singulär und plural im Theater jeweils eigene Bühnen, Figuren und Körper entsprechen, kann das Theater nicht auf der einen oder der anderen Seite spielen, sondern nur dazwischen. Entsprechend treten die Bühne des Theaters, seine Figuren und Körper nicht als solche, sondern als Konfigurationen auf, in denen sie mit, unter oder gegeneinander erscheinen und sich als solche vollständig durchdringen.

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Ulrike Haß

ist Professorin für Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Bühnenform und Wahrnehmung, Theater/Räume, Topologie des Chores, Theater und Bildende Kunst, Medientheorie, Ästhetik des Gegenwartstheaters.

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Das Ende der Geschichtsteleologie wird als Voraussetzung einer Reflexion über die gegenwärtigen Künste begriffen. Jedoch bleiben gerade diejenigen ästhetischen und theaterwissenschaftlichen Diskurse, die in den neuen Kunstformen eine Überwindung der Tradition sehen, teleologisch. Vielleicht ist aber dieses Ende, das wir erleben, nicht als Überwindung, Bruch, Sprengung oder Verabschiedung zu verstehen, sondern – so eine Formulierung von Jean-Luc Nancy – als Mutation unseres Bezugs zu unseren Zwecken. Das vorliegende Buch diskutiert diesen Ansatz angesichts des Verhältnisses von Kunst und Politik, der Entwicklung der Technologie und der gegenwärtigen Finanzökonomie. Es stellt die Frage, was diese Mutation für die Analyse der Theatergeschichte und der Theaterpraxis bedeutet.