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Ulrike Haß, Marita Tatari: Eine andere Geschichte des Theaters
Eine andere Geschichte des Theaters
(S. 77 – 90)

Ulrike Haß, Marita Tatari

Eine andere Geschichte des Theaters

PDF, 14 Seiten

Die Einschließung des Theatergeschehens in den Protagonisten im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert wird als Mitte der Entwicklung der Theaterformen genommen, von der aus sich die Geschichte des Theaters definieren lässt. Zweifellos sind die Theaterformen mit der Bestrebung dieser Einschließung und ihrer Auflösung verwoben, die die Geschichte des Subjekts ist. Aber zugleich findet in jeder Theaterform etwas Anderes statt. Ulrike Haß greift dieses Andere mit der Frage nach dem, was sie Chor nennt, auf. Darunter versteht sie eine neuartige Auffassung des Mitspiels aller Elemente. Das Gespräch diskutiert die Art, in der sich der Chor nach jeder der drei großen Verschiebungen in der Geschichte des europäischen Theaters (antike Tragödie, Literaturtheater, Theater der Gegenwart) gibt.

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Ulrike Haß

ist Professorin für Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Bühnenform und Wahrnehmung, Theater/Räume, Topologie des Chores, Theater und Bildende Kunst, Medientheorie, Ästhetik des Gegenwartstheaters.

Weitere Texte von Ulrike Haß bei DIAPHANES
Marita Tatari

Marita Tatari

forscht seit 2011 am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr Universität Bochum. Sie arbeitet zur Epistemologie der Theaterwissenschaft und zur Konzeptualisierung der Theatergeschichte, ausgehend von einer neuen Interpretation des Begriffs der Handlung in der hegelschen Ästhetik. In ihrer Habilitation geht es um eine Revision des herrschenden Dramenbegriffs. Sie hat bei Jean-Luc Nancy in Straßburg promoviert, bei Philippe Lacoue-Labarthe ein Postgraduiertenstudium absolviert und davor in Griechenland Altphilologie studiert.

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Marita Tatari (Hg.): Orte des Unermesslichen

Das Ende der Geschichtsteleologie wird als Voraussetzung einer Reflexion über die gegenwärtigen Künste begriffen. Jedoch bleiben gerade diejenigen ästhetischen und theaterwissenschaftlichen Diskurse, die in den neuen Kunstformen eine Überwindung der Tradition sehen, teleologisch. Vielleicht ist aber dieses Ende, das wir erleben, nicht als Überwindung, Bruch, Sprengung oder Verabschiedung zu verstehen, sondern – so eine Formulierung von Jean-Luc Nancy – als Mutation unseres Bezugs zu unseren Zwecken. Das vorliegende Buch diskutiert diesen Ansatz angesichts des Verhältnisses von Kunst und Politik, der Entwicklung der Technologie und der gegenwärtigen Finanzökonomie. Es stellt die Frage, was diese Mutation für die Analyse der Theatergeschichte und der Theaterpraxis bedeutet.