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Ingo H. Warnke, Daniel Schmidt-Brücken: Exemplarische Texte und beispielhafter Sprachgebrauch im deutschen Kolonialdiskurs. Zur Konzeption des ›Bremischen Basiskorpus Deutscher Kolonialismus‹ (BBDK)
Exemplarische Texte und beispielhafter Sprachgebrauch im deutschen Kolonialdiskurs. Zur Konzeption des ›Bremischen Basiskorpus Deutscher Kolonialismus‹ (BBDK)
(S. 123 – 147)

Ingo H. Warnke, Daniel Schmidt-Brücken

Exemplarische Texte und beispielhafter Sprachgebrauch im deutschen Kolonialdiskurs. Zur Konzeption des ›Bremischen Basiskorpus Deutscher Kolonialismus‹ (BBDK)

PDF, 25 Seiten

Ein zentrales Problem historischer Diskursanalysen wird anhand einer Analyse des Kolonial-Diskurses entwickelt: die Frage, wie beispielhaft solche Untersuchungen sein können, wo doch Diskurs die Gesamtheit aller Aussagen ist. In diesem Fall geht es um die Gesamtheit aller Aussagen in und über Kolonien, aller Aussagen von Kolonisatoren und Kolonisierten – und damit auch um die Aussagen, die koloniale Anliegen oder Effekte haben, und seien sie noch so beiläufig. Für die auch quantitativ verfahrende linguistische Diskursanalyse, die die beiden Konzeptoren des Bremischen Basiskorpus Deutscher Kolonialismus (BBDK) im Sinn haben, ist das die Frage nach der Repräsentativität, der empirischen Adäquatheit oder eben der Beispielhaftigkeit ihres Korpus – der Auswahl ihres eigenen Untersuchungsmaterials, das aufgrund seines immensen Umfangs nur exemplarischen Analysen zugänglich ist.

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Ingo H. Warnke

ist Universitätsprofessor und Leiter der Arbeitsgruppe für Deutsche Sprachwissenschaft und Interdisziplinäre Linguistik an der Universität Bremen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Text- und Diskurslinguistik, der Sprachgeschichte des Deutschen sowie in aktuellen Projekten in den Urban Linguistic Studies und den Colonial Studies.

Daniel Schmidt-Brücken

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Creative Unit »Koloniallinguistik – Language in Colonial Contexts« an der Universität Bremen. Er promoviert in Germanistischer Linguistik zum Thema »Generizität im deutschen Kolonialdiskurs«.

Christian Lück (Hg.), Michael Niehaus (Hg.), ...: Archiv des Beispiels

Beispiele zu geben ist eine fundamentale und unverzichtbare Praxis wissenschaftlicher Diskurse. Höchst unklar aber ist ihr theoretischer Status: In Hinblick auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten, Begriffe und Sachverhalte scheint das Beispiel sekundär und austauschbar zu sein. Andererseits kann ein ›schlagendes‹ Beispiel ganze Argumentationen zu Fall bringen. Es ist Moment einer Praxis, die ihrerseits zu vertraut und zu verstreut ist, um selbst auf den Begriff gebracht werden zu können. Wissenschaft und Philosophie sind weitgehend blind für ihren Beispielgebrauch geblieben. Erst in jüngster Zeit wird dem zeitgenössischen Denken deutlich, dass mit dem Beispiel etwas auf dem Spiel steht. Im Anschluss an diese Erkenntnis fragen hier Forscher unterschiedlicher Disziplinen, jeweils von einem Beispiel ausgehend, ob und wie eine Diskursanalyse und damit eine Wissenschaft des Beispiels möglich ist. Es handelt sich um Vorarbeiten und Überlegungen zur Datenbank ›Archiv des Beispiels‹, die der systematischen Erfassung und Erforschung aller Beispiele dient.

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