Nutzerkonto

Beatrice von Bismarck: R. S. V. P.
R. S. V. P.
(S. 73 – 86)

Louise Lawler und die Kunst des Einladens

Beatrice von Bismarck

R. S. V. P.
Louise Lawler und die Kunst des Einladens

PDF, 14 Seiten

Vor dem Hintergrund einer Konjunktur künstlerischen Einladens in den 1990er Jahren greift Beatrice von Bismarck eine Arbeit von Luise Lawler heraus – die Einladungskarte zur Finissage einer Ausstellung –, die die Publizitätspraxis von Galerien nachahmt, sich aber zugleich als eigener Beitrag zur Ausstellung versteht. Im Nachvollzug eines alltäglichen Geschäftsvorgangs thematisiert Lawler ihren Ort innerhalb ökonomischer Abläufe und reflektiert zugleich das symbolische Kapital der Einladungsgeste als Verfahren der In- und Exklusion; Bismarck analysiert einen Fall von Institutionskritik, die sich vermittels einer für die Institution zentralen Handlung vollzieht.

  • Medialität
  • Performativität
  • Wirksamkeit
  • Praxis
  • Gegenwartskunst
  • Museum
  • Handeln
  • Künstlerische Praxis
  • Kunstgeschichte

Meine Sprache
Deutsch

Aktuell ausgewählte Inhalte
Deutsch, Englisch, Französisch

Beatrice von Bismarck

ist Professorin für Kunstgeschichte, Bildwissenschaft und Kulturen des Kuratorischen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zuvor war sie unter anderem an der Universität Lüneburg wie auch am Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt a. M., tätig. Zu ihren aktuellen Forschungsgebieten zählen Theorie und Praxis verbindende Ansätze kultureller Produktion, kuratorisches Handeln, kulturelle Praxis und Globalisierungseffekte sowie die Funktionen des postmodernen Künstlerbilds.

Weitere Texte von Beatrice von Bismarck bei DIAPHANES
Karin Gludovatz (Hg.), Michael Lüthy (Hg.), ...: Kunsthandeln

In der Moderne und zunehmend seit den 1960er Jahren verlagert sich in der Kunst die Aufmerksamkeit vom finalen Werk auf den Prozess des Produzierens. Dieser ist nicht ­Mittel zum Zweck, sondern gewinnt, in Analogie zu Aufführungspraktiken, Eigenwertigkeit. Im selben Zuge avanciert der kontemplative Betrachter zum Teilhaber, ja, zum ›Mithandelnden‹ des Kunstwerkes. Auch die Kunst insgesamt wird als prozessual begriffen: als ein gesellschaftlicher Bereich, der unterschiedlichste Akteure involviert und beständigen Begriffs- und Verfahrensänderungen unterliegt.

Aus diesen Prozessualisierungen resultiert ein neuartiges Verhältnis von ›Kunst‹ und ›Handeln‹. Handeln wird zu einem Medium der Kunst, zugleich wird Kunst als Medium des (gesellschaftlichen) Handelns neu bestimmt. Diesen beiden Aspekten des Verhältnisses von ›Kunst‹ und ›Handeln‹ ist dieser Sammelband gewidmet. Sein erster Teil fragt nach dem Status von (Alltags-)Handlungen in der Kunst, sein zweiter nach den Möglichkeiten, Kunst als eine Form des Handelns zu begreifen, das Wirklichkeiten erzeugt oder verändert.