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Cornelia Temesvári: Von der Abschaffung der Götter zur realpräsentischen Kunst
Von der Abschaffung der Götter zur realpräsentischen Kunst
(S. 157 – 162)

Vorbemerkungen zu »Ästhetisierung« und Religion

Cornelia Temesvári

Von der Abschaffung der Götter zur realpräsentischen Kunst
Vorbemerkungen zu »Ästhetisierung« und Religion

PDF, 5 Seiten

Cornelia Temesvári skizziert die Kopplung des Ästhetisierungsgedankens an Thesen vom Verschwinden und Verschwunden-Sein der Religion. Vor dem Hintergrund platonischer und normativ-religiöser Ambivalenzen gegenüber Kunst und Aspekten des Ästhetischen konfrontiert sie das ästhetisierungskritische Lamento des Verlusts eines sinnstiftenden Deutungsrahmens mit Tendenzen, den Begriff der Ästhetisierung zur Markierung einer innerweltlichen Transzendenz im Kunstwerk heranzuziehen. Ästhetisierung wäre so entweder zu verstehen als Moment zerstörerischer Subversion religiöser Deutungszusammenhänge, die im Ende des Religiösen mündet oder mit diesem einhergeht, oder aber als versuchte Rettung religiöser Restbestände ins ästhetische Refugium der Kunst.

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Cornelia Temesvári

ist Komparatistin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich »Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste« sowie als Lehrbeauftragte am Institut für Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Produktionsästhetik der Moderne und Postmoderne und ästhetische Transformationen der Kabbala in zeitgenössischer Literatur und Theorie.

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  • Einleitung

    In: Ilka Brombach (Hg.), Dirk Setton (Hg.), Cornelia Temesvári (Hg.), »Ästhetisierung«

Ilka Brombach (Hg.), Dirk Setton (Hg.), ...: »Ästhetisierung«

»Ästhetisierung« lautet das Schlagwort eines K­ritikgenres des 20. Jahrhunderts, das die Grenzen zwischen dem Ästhetischen und Nichtästhetischen in polemischer Absicht vermessen hatte: Von Benjamins Diagnose einer »Ästhetisierung des politischen Lebens« über Debords »Gesellschaft des Spektakels« bis hin zu den verschiedenen Spielarten der Post­modernekritik ging es darum, dominante Momente des Ästhetischen auszumachen, welche die Bereiche der Politik, der Erkenntnis oder der Religion in eine Krise ihrer Norma­tivität stürzen.

Zunehmend lässt sich nun eine gegenläufige Tendenz beobachten: Teile der Geistes-, Geschichts- und Kulturwissenschaften behaupten eine konstitutive Funktion des Ästhetischen für politische, epistemische und religiöse Praktiken. Statt im Ästhetischen einen externen Stör- und Krisenfaktor zu sehen, wird es nun entweder als wesentlich für das Gelingen oder Funktionieren dieser Praktiken akzentuiert oder als Schlüsselbegriff betrachtet, um die Begriffe des Wissens, des Politischen und Religiösen einer grundlegenden Revision zu unterziehen.

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