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Yvette Sánchez: Ohne Literatur kein Daiquiri. Enrique Vila-Matas' Konsultation literarischer Klassiker für die praktischen Dinge des Lebens
Ohne Literatur kein Daiquiri. Enrique Vila-Matas' Konsultation literarischer Klassiker für die praktischen Dinge des Lebens
(S. 73 – 80)

Yvette Sánchez

Ohne Literatur kein Daiquiri. Enrique Vila-Matas' Konsultation literarischer Klassiker für die praktischen Dinge des Lebens

PDF, 8 Seiten

Die Nahrung der Literatur und Kunst, durch die sich der spanische Schriftsteller Enrique Vila-Matas die Welt und das Leben einverleibt, spiegelt sich wider in seinen schreibenden Protagonisten. Als Mittel zur Produktivität leben sie literarischen Texten und Schriftstellern nach. Sie sind getrieben durch einen schier grenzenlosen Hunger nach Texten und einen kaum zu stillenden Durst nach Alkohol – wie viele Schriftsteller der Weltliteratur. Gastropoetologische Metaphern tauchen in den Romanen zwar wiederholt auf: Figuren lassen sich Textpassagen auf der Zunge zergehen, Montano befürchtet gar, dass die Literatur ihn verschlingen werde. Dennoch bleibt das Essen in Vila-Matas' Werk sekundär. Es sind vielmehr die flüssigen – und die literarischen Lebensmittel, die im Zentrum stehen.
 

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Yvette Sánchez

Yvette Sánchez

studierte, promovierte (1987) und habilitierte sich (1997) an der Universität Basel. Ihre Habilitationsschrift Coleccionismo y literatura behandelt die vielfältigen Zusammenhänge von Sammeln und Literatur. Es folgte eine Gastprofessur in Nancy. Seit Oktober 2004 hat sie den Lehrstuhl für Spanische Sprache und Literatur an der Universität St.Gallen inne. Sie ist außerdem Leiterin des Forschungszentrums für Lateinamerikastudien (CLS HSG) und des Graduiertenkollegs ProDoc über transkulturelle Studien in Lateinamerika sowie Delegierte des Rektors für das Öffentliche Vorlesungsprogramm der HSG und Präsidentin der Kunstkommission. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Transkulturelle Studien, Latinos in den USA und Scheitern in der Literatur, Enrique Vila-Matas.

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In welchem Sinne sind die Künste, sind die Literaturen der Welt Mittel zum Leben im Leben, aber auch Mittel und Medien des Lebens selbst? Kein Zweifel: Literatur bzw. Kunst ist, weil sie mehr ist, als sie ist. Aber muss man dann nicht auch die Frage stellen: Was sie isst? Ist sie denn nicht, was sie isst? Was wäre die Literatur, was wäre die Kunst ohne das, was sie sich auf philosophischer, literarisch-intertextueller, naturgeschichtlicher oder naturwissenschaftlicher Ebene einverleibt, ja in sich hineinstopft? Ein verschiedenste Disziplinen querender Polylog unterschiedlicher Bereiche von Lebenswissen sucht den Weg für neue transdisziplinäre Forschungsfelder zu eröffnen. Die Grundsubstanz Nahrung als elementare Schnittstelle zwischen Kultur und Leben soll zur existentiellen Mitte des Lebens gelangen.

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