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Robert Pfaller: Die leidenschaftliche Abkoppelung
Die leidenschaftliche Abkoppelung
(S. 115 – 125)

Selbstvergessenheit und Geselligkeit der Interpassivität

Robert Pfaller

Die leidenschaftliche Abkoppelung
Selbstvergessenheit und Geselligkeit der Interpassivität

PDF, 11 Seiten

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Robert Pfaller

Robert Pfaller

ist Professor für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst in Wien; zuvor lehrte er Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz sowie an der Technischen Universität Wien; als Gastprofessor war er tätig an der Rietveld Academie Amsterdam, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der University of Illinois at Chicago, der Statens Kunstakademi Oslo, der Ecole Superieure des Arts Decoratifs de Strasbourg, der Technischen Universität Wien sowie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich.

Weitere Texte von Robert Pfaller bei DIAPHANES
Michael Lüthy (Hg.), Christoph Menke (Hg.): Subjekt und Medium in der Kunst der Moderne

Um 1800 nimmt die Kunst eine Wendung zum Prozessualen: man beginnt sie als ein Geschehen zu verstehen und zu praktizieren, dem gegenüber alle Gehalte, die sie zum Ausdruck bringt, alle Gestalten, die sie herausbildet, und alle Instanzen, die daran beteiligt sind, sekundär sind. Der Prozess des Machens wird zum eigentlichen Inhalt der Kunst erklärt. Dies lässt sich auch als dynamische Austauschbeziehung zwischen den Polen des »Subjekts« und des »Mediums« beschreiben, wie im Titel des vorliegenden Bandes anklingt. Das Medium erscheint dabei als anthropomorph besetztes Quasi- oder Ersatz-Subjekt, das von sich aus und selbst zu sprechen vermag, während das Subjekt als Medium erscheint, durch das hindurch etwas ›spricht‹, das nicht mit dem selbstbewussten Ich zu verrechnen ist. Das Kunstwerk ist der ins Werk gesetzte Prozess der Verhandlung zwischen diesen beiden Polen, die im »Akt« (Valéry) des Kunstmachens ineinander umschlagen. Aufgrund ihrer spannungsvollen Verbindung sind Subjekt und Medium der Ort des Aussagens, an dem sich der Prozess des Kunstwerks entfaltet, und zugleich die Sache der Aussage – der Gehalt, um den es in dem Kunstwerk geht. Die Beiträge gehen dem Verhältnis von Subjektivität und Medialität im Kunstwerk aus philosophischer, kunst- und literaturwissenschaftlicher sowie psychoanalytischer Perspektive nach; zugleich fragen sie nach den Subjektivitäts- und Medialitätskonzepten, die der Beschreibung künstlerischer Prozesse angemessen sind.