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Dieter Mersch, Thomas Morsch, ...: Vorwort: Dekonstruktion und ästhetisches Denken
Vorwort: Dekonstruktion und ästhetisches Denken
(S. 7 – 14)

Dieter Mersch, Thomas Morsch, Julia Rintz

Vorwort: Dekonstruktion und ästhetisches Denken

Aus: Der Witz der Kunst. Modelle ästhetischen Denkens, S. 7 – 14

  • Dekonstruktion
  • Ästhetik
  • Bildwissenschaft
  • Ikonographie
  • Kunsttheorie
  • Witz
  • Denkt Kunst

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Dieter Mersch

Dieter Mersch

hat eine Professur für Ästhetik an der Zürcher Hochschule der Künste und ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. Studium der Mathematik und Philosophie in Köln, Bochum und Darmstadt. Mitherausgeber des Internationalen Jahrbuchs für Medienphilosophie. Arbeitsschwerpunkte: Philosophische Ästhetik, Kunsttheorie, Medienphilosophie, Bildtheorie, Musikphilosophie und kontinentale Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts.

Weitere Texte von Dieter Mersch bei DIAPHANES
Julia Rintz

Julia Rintz

ist Literaturwissenschaftlerin und promoviert über die Ästhetik der Reisetexte von Alfred Kerr. Sie arbeitet in der Wissenschaftsorganisation, als Lektorin, Redakteurin sowie als DJ in Berlin.

Weitere Texte von Julia Rintz bei DIAPHANES
Mira Fliescher: Der Witz der Kunst

Kunst und Witz teilen beide eine Reihe von überraschenden Eigenschaften, nicht nur die sprichwörtliche Verknappung, die wie die Ökonomie des Witzes auch oft jene der Kunst ausmacht. Oft sind es Dekontextuierungen, Bedeutungsvertauschungen, Paradoxa und Ungereimtheiten, Chiasmen und Widersprüche, die zu den bevorzugten Mitteln beider gehören. Und wie der Gehalt eines Witzes durch seine Analyse eskamotiert wird, so erdrosselt nicht selten die Interpretation die Kunst, das Werk, sein Ereignis, indem sie diese auf ihre Deutung festlegt. Kein Kunstwerk geht in seiner Hermeneutik auf, wie umgekehrt jede noch so detaillierte Entzifferung der Pointe eben den »Witz« der Sache tilgt.

 

In ihrem viel zu früh unterbrochenen Denken ging es Mira ­Fliescher stets darum, Kunst, ästhetisches Denken, gewitzte ­Inversion und Strenge der dekonstruktiven Arbeit aufeinander zu beziehen und im besten Sinne miteinander »ins Spiel zu bringen«. Die hier versammelten Texte zeugen von der außerordentlichen Kraft eines Denkens, dessen Grundnote das ­anstimmt, was die Welt heute vielleicht am Nötigsten hat: die Unendlichkeit einer kritischen Urteilskraft.