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Roger Friedlein: Der inszenierte Furor in der Renaissancedichtung (João de Barros, Maurice Scève, Alonso de Ercilla)
Der inszenierte Furor in der Renaissancedichtung (João de Barros, Maurice Scève, Alonso de Ercilla)
(S. 235 – 256)

Roger Friedlein

Der inszenierte Furor in der Renaissancedichtung (João de Barros, Maurice Scève, Alonso de Ercilla)

PDF, 22 Seiten

In der Renaissance gehört der poetische Furor zu den zentralen Konzepten der Poetik. Der vorliegende Beitrag untersucht, wie in drei Beispielen der Erzählliteratur in der Romania dieses Konzept narrativ im Roman bei João de Barros und im epischen Gedicht bei Maurice Scève und Alonso de Ercilla in Szene gesetzt wird und welche poetologischen Aussagen mit diesen Inszenierungen verbunden sind, die sowohl die Ebene der histoire als auch des discours der untersuchten Texte betreffen. Der poetische Furor erweist sich dabei als ausdrucksstarkes erzählerisches Motiv, das an prominenter Stelle in der Fiktion eingesetzt wird, dessen Validität für den poetologischen Diskurs und insbesondere für die literarische Praxis der Autoren jedoch im Einzelfall abgewogen werden muss.

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Roger Friedlein

ist seit 2009 Professor für Romanische Philologie an der Ruhr-Universität Bochum. Nach dem Studium der Romanistik und Arabistik spezialisierte er sich zunächst in der Mediävistik und veröffentlichte u.a. Der Dialog bei Ramon Llull. Er war Mitarbeiter am SFB ›Kulturen des Performativen‹ der Freien Universität Berlin und habilitierte sich mit einer Arbeit zur Inszenierung von Kosmographie in der epischen Renaissancedichtung Frankreichs, Spaniens und Portugals. Er forscht aktuell über die iberoromanische Consolatio-Literatur, Dialog und Epos in der Renaissance sowie die Innovation von der Romantik zum Modernismus um die Wende zum 20. Jahrhundert in Spanien und Portugal, Hispanoamerika und Brasilien und ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Katalanistik.

David Nelting (Hg.), Jörn Steigerwald (Hg.), ...: Poiesis

Die Beiträge des vorliegenden Bandes diskutieren den heuristischen Wert des Begriffs der »Poiesis« für die Künste der Vormoderne. Sie gehen von der Beobachtung aus, dass in der Frühen Neuzeit mit dem Systematisch-Werden der Reflexionen über das künstlerische Schaffen die Kunsttheorien mit normativem Charakter dazu tendieren, die faktische Seite des Produzierens zu marginalisieren. Entsprechend fehlt es auch an Forschungen, welche die konkrete Seite des künstlerischen Arbeitens in den Blick nehmen und damit die »theoriegeleitete Praxis« künstlerischen Herstellens thematisieren. An diesem Punkt setzen die Beiträge an, die eben dieser in der künstlerischen Praxis mitgeführten Reflexion des Schaffens gelten. Dieser Band stellt nicht die elaborierten Theorien künstlerischer Kreativität in den Mittelpunkt, sondern die Reflexionen und Modellierungen des Arbeitens, Schöpfens und Produzierens im konkreten Werk selbst.

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