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Manuel Baumbach: Kunstbetrachtung als poetologische Reflexion
Kunstbetrachtung als poetologische Reflexion
(S. 43 – 57)

Manuel Baumbach

Kunstbetrachtung als poetologische Reflexion
Das Zusammenspiel von Ekphrasis, Mimesis und Poiesis in den ›Andriantopoiika‹ des Poseidippus von Pella

PDF, 15 Seiten

Die Statuenepigramme (Andriantopoiika) des hellenistischen Dichters Poseidippus von Pella sind nicht nur das früheste überlieferte Zeugnis einer poetischen Reflexion der sich wandelnden künstlerischen Schaffensprozesse im Übergang von der Klassischen zur Hellenistischen Epoche, sondern sie verbinden diese Reflexion mit der Schaffung einer neuen poetischen Form, dem ekphrastischen Epigramm. Vor dem Hintergrund der aristotelischen Mimesis-Konzeption sowie der literarischen Tradition der Ekphrasis (Homers Schild des Achill) wird die Poiesis der Andriantopoiika als Schaffensprozess und im Ergebnis analysiert, wobei ein besonderes Augenmerk dem Zusammenspiel der Epigramme gilt, das die poetologische Reflexion über das (eigene) Gemachtsein erst ermöglicht.

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Manuel Baumbach

ist Professor für Klassische Philologie/Gräzistik an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsfelder sind die hellenistische Dichtung, die Literatur der Kaiserzeit (Lukian, Quintus Smyrnaeus, Chariton), das griechische Epigramm und die Forschungs- und Rezeptionsgeschichte der griechisch-römischen Antike.

David Nelting (Hg.), Jörn Steigerwald (Hg.), ...: Poiesis

Die Beiträge des vorliegenden Bandes diskutieren den heuristischen Wert des Begriffs der »Poiesis« für die Künste der Vormoderne. Sie gehen von der Beobachtung aus, dass in der Frühen Neuzeit mit dem Systematisch-Werden der Reflexionen über das künstlerische Schaffen die Kunsttheorien mit normativem Charakter dazu tendieren, die faktische Seite des Produzierens zu marginalisieren. Entsprechend fehlt es auch an Forschungen, welche die konkrete Seite des künstlerischen Arbeitens in den Blick nehmen und damit die »theoriegeleitete Praxis« künstlerischen Herstellens thematisieren. An diesem Punkt setzen die Beiträge an, die eben dieser in der künstlerischen Praxis mitgeführten Reflexion des Schaffens gelten. Dieser Band stellt nicht die elaborierten Theorien künstlerischer Kreativität in den Mittelpunkt, sondern die Reflexionen und Modellierungen des Arbeitens, Schöpfens und Produzierens im konkreten Werk selbst.

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