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Daniel Tyradellis: Malfaçon
Malfaçon
(S. 13 – 23)

Daniel Tyradellis

Malfaçon
Wunder zwischen Immanenz und Transzendenz

PDF, 11 Seiten

So sehr der Pädagogik daran gelegen sein muss, Wissen zu vermitteln, so sehr muss sie auch Fertigkeiten im kritischen Umgang mit ihm fördern. Dies kann nur durch eine Einklammerung personeller Autorität gelingen. Zentrale Aufgabe jeder vermittelnden Tätigkeit ist es daher, die Vorgängigkeit von Immanenz zu exponieren: Transzendenz ist immer ein Immanenzprodukt (Deleuze), und das Unverfügbare ebenso Teil des Wissens wie das Gesicherte. Aufgrund ihrer medialen Polyphonie können Ausstellungen genuine Orte der Vermittlung sein, die an die Stelle von transzendenten Hierarchien das Gefüge stellen, in dem Gewalt und Autorität seit jeher emergieren.

  • Staunen
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  • Pädagogik
  • Wissen
  • Nicht-Wissen
  • Vermittlung
  • Sigmund Freud
  • Macht
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Daniel Tyradellis

Daniel Tyradellis

ist Philosoph und Kurator. Er hat den Lehrstuhl Humboldt Forum für die Theorie und Praxis des interdisziplinären Kuratierens inne, gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit den unterschiedlichen Medien und Denkweisen in Kunst, Wissenschaft und Philosophie. Seit 1997 konzipiert er Ausstellungen für unterschiedliche Museen, u.a. »Fire & Forget«, KW Institute for Contemporary Art Berlin; »Scham«, Deutsches Hygiene-Museum Dresden; »FAKE«, Stapferhaus Lenzburg (Schweiz); seit 2021 ist er Vizedirektor des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik an der HU Berlin.
Weitere Texte von Daniel Tyradellis bei DIAPHANES
Karl-Josef Pazzini (Hg.), Andrea Sabisch (Hg.), ...: Das Unverfügbare

Das Unverfügbare ist Ärgernis und Ferment für jede pädagogische und vermittelnde Arbeit. Es taucht inmitten des vermeintlich Bekannten und Habhaften auf, widersetzt sich der gesicherten Kommunikation, spielt sich zwischen Wissen und Nicht-Wissen ab, markiert Autoritäten, löst Ängste aus, weil es nicht verstanden werden kann, weckt Sehnsucht, Neugier und Verantwortung. Es markiert eine Aporie, die sich überall zeigt, wo Wissen sich als Macht- und Gestaltungsinstanz gibt: an den Grenzen der Machbarkeit als Prognostik und als Kontrolle des Anderen.
Der Band widmet sich der Figur des Unverfügbaren in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen: in Kunst und Kultur, Mathematik und Naturwissenschaften, Medizin und Soziologie, Philosophie, Psychoanalyse und Pädagogik.

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