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Literatur

Der Patriarch ist tot
Der Patriarch ist tot

Alice Ceresa, Marie Glassl (Hg.)

Der Tod des Vaters

»Wir wissen sehr wenig über die Familie, darüber, was sie ist, was sie sein sollte, was sie sein könnte. Aber wir können klar sehen, warum sie ist, wie sie ist. Paradoxerweise können wir heute höchstens eines mit Sicherheit sagen: Wenn die Familie Gefahr läuft zusammenzubrechen, wenn sie nicht länger auf der wirtschaftlichen und psychologischen Unterwerfung der Frauen als Mütter und brave Arbeiterinnen beruhen kann, dann muss dies eines von zwei Dingen bedeuten: Entweder ist die Mutter, die Ehefrau und geduldige...
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Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

Alexander García Düttmann

Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

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Angelika Meier

Dreifaltigkeit meiner Zwirnspulenexistenz

In perfekt sitzender Uniform, die Hakenkreuzbinde frisch aufgebügelt, stehe ich in einer langen Schlange in einer amerikanischen Behörde, um einen Antrag auf einen total war zu stellen, doch nach stundenlangem Schlangestehen teilt mir der freundliche Sachbearbeiter mit, dass das application form for foreign aggressions im Saal nebenan zu erbitten sei. Da ich ein depressiver Faschist bin, lasse ich trotz meiner feschen braunen Uniform den Kopf immer recht schnell hängen und beschließe daher, für heute Schluss und lieber erst morgen den nächsten Versuch zu machen. Am nächsten Morgen stehe ich so auch tatsächlich wacker in der richtigen Schlange, habe dann aber nicht alle Papiere zusammen, um ordnungsgemäß einen total war zu beantragen. Neben der Geburtsurkunde (Original, keine Kopie!) fehlen mir zwei weitere Empfehlungsschreiben amerikanischer Staatsbürger. Man braucht fünf. Aber – ich dachte, drei… Nein, fünf insgesamt! Lächelnd hebt die Sachbearbeiterin ihre rechte Hand, die Finger anschaulich gespreizt. Wo ich doch aber schon...

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The world is all that is the case
The world is all that is the case

Françoise Armengaud, Annabelle Buxton

Wittgenstein’s Rhinoceros

The two young men meet up at the Cambridge railroad station. While waiting for the train, they browse the shelves of the station bookshop. All of a sudden, Wittgenstein grabs Pinsent’s arm: “Look at the title of this book!” “What a coincidence!” exclaims Pinsent, “It is perfect for you!” Both start to laugh. They purchase the novel of a famous English detective novelist entitled A Rhinoceros in the Library. Wittgenstein is very excited. “David, listen carefully,” he says to Pinsent. “I already have three things...
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Johannes Binotto

Der Zähmung widersprechen

Von der Zähmung zu sprechen und ihr zu widersprechen muss damit anfangen, das Wort selbst zum Reden zu bringen. »Zahm« – der rätselhafte Ausdruck geht auf dieselben sprachgeschichtlichen Wurzeln zurück wie die Wörter »Damm« und »Zimmer«. Das Zähmen, so macht die Etymologie damit bereits klar, ist ein Akt der Eindämmung, des Abscheidens und der Einpassung. Was einmal gezähmt wurde, hat seither einen klar begrenzten Ort, seine eigene Kammer, in die es fortan nicht einmal mehr eingesperrt werden muss, weil es das Zimmer in Form seiner Zähmung dauernd mit sich herumträgt. Der zahme Bär an der Leine des Schaustellers, wie man ihn noch Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Jahrmärkten vorführte, schien zwar auf dem offenen Dorfplatz zu stehen, steckte dabei aber doch eigentlich im grausamen Käfig seines Dompteurs, den dieser ebenso eng wie unsichtbar um ihn gezimmert hatte.

Noch suggestiver ist da das Französische, wo man das zahme Tier »animal privé«...

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