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Wissenschaft

On the distribution of bodies in space
On the distribution of bodies in space

Stefan Hölscher (Hg.), Gerald Siegmund (Hg.)

Dance, Politics & Co-Immunity

The past years have seen a re-emergence of the need to think about and conceptualise the arts in general and dance in particular in terms of the political. Developments in globalised neo-liberal capitalism and the changes it has produced in the social fabric seem to beg for a statement of some kind from the artistic field. What is more, these changes increasingly affect the production and reception of dance itself, thereby laying bare the ideological underpinnings of its claim for...
  • Körper
  • Politik
  • Performativität
  • Globalisierung
  • Gemeinschaft
Elisabeth Bronfen
Con Artist Don Draper, the archetypical American hero

Con Artist Don Draper, the archetypical American hero

  • Gesellschaft
  • Werbung
  • Fernsehen
  • 1960er Jahre
  • Stanley Cavell
  • Glück
  • Amerika
  • USA
  • Kulturelles Imaginäres
  • Serie
  • Lüge
Joseph Vogl

»DIE SCHULD GEHÖRT MIR!«

Morde und Schriften sind nicht nur miteinander verschränkt, sie sind vielmehr zu gleichen Teilen das, wofür eine große Autorschaft, eine gleichsam hyperbolische Urheberschaft reklamiert worden ist. So sind die diversen Texte nicht einfach Ankündigung oder Geständnis einer künftigen Tat, sondern vor allem Variationen über das Thema Ruhm, Fama und Infamie. Und all das transportiert auch der Mordanschlag selbst. »Ich frage mich«, schreibt Eric Harris im Tagebuch, »ob jemand ein Buch über mich schreiben wird. Sicher sind hier haufenweise Symbolismus, Doppelsinn, Themen, Schein vs. Realitätsscheiße im Spiel. Es fühlt sich verdammt besser an, wenn es geschrieben ist.« Das Schreiben über unvergleichliche Taten, dann der Exzess dieser Taten selbst, dann das Schreiben darüber – das ergibt ein dichtes Verweissystem, in dessen Fluchtpunkt eine unverwechselbare Täter- und Autorschaft steht und das aus dem Ganzen eine einzige, einzigartig autorisierte Handlungseinheit macht. Als könnte alles ein für alle Mal gesagt werden, als könnte man alle Diskurse...

  • Wahnsinn
  • Mord
  • Amok
  • Gewalt
  • Schreiben
Claire Denis

Fragility is the only thing I really know about me

I am not a very balanced person. I am fragile and sad – almost as described in Triste Tropiques by Claude Lévi-Strauss. I feel both those adjectives, I grew up with them. I was aware of my fragility even when I was very young – a baby, learning to walk, living somewhere in Africa and already feeling that the number of white persons was very small compared to the number of black persons and also noticing that most of the black persons that I met were gardeners or maids. I felt – I am sure I am not lying – even at that very young age, not a sense of injustice, but a sort of guilt.

Guilt for what? My parents were nice people, they treated everyone well. My father was avidly learning languages, he spoke many African languages and also Pidgin English very well and he used to speak it...

  • Autorenfilm
  • Autofiktion
  • Identität
  • Subjektivität
News + Veranstaltungen

»Aesthetics and the Alien: Straub/Huillet in ›Moses und Aron‹«

29.03.2017, 19:00

e-flux
East Broadway 311
10002 New York, NY
USA

»Zur Krise des Kapitalismus«: Gespräch mit Joseph Vogl

24.03.2017, 19:30

Stadtbibliothek am Neumarkt (Zentralbibliothek)
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln
Deutschland

Neuerscheinungen
Michael Mayer: Zone
Simon Critchley: Gedächtnistheater
Inke Arns (Hg.), Sylvia Sasse (Hg.), ...: Nikolaj Evreinov: »Sturm auf den Winterpalast«
Christian Marazzi: Le socialisme du capital
Gertrud Koch: Breaking Bad, Breaking Out, Breaking Even

 

Themen
Jürgen Paul Schwindt

Wissenschaftliche Lexikographie als Flaschenpost

Der Titel der Exzellenz nun stiftet die Anerkennung eines Abstandes, den man nicht länger nur als das augenblickliche Ergebnis bedeutender Anstrengung gelten lassen, sondern vielmehr auf Dauer stellen will. Der strategische Clou der Neuordnung des Titelwesens liegt darin, dass die Vergabe des Exzellenz-Titels, wie schon oft gerügt, gar nicht an schon erbrachte Leistungen, sondern an die honorige Aussicht auf solche Verdienste geknüpft ist. Nicht wer in den Stand (ordo) der Leistungsträger aufgestiegen ist, empfängt den Namen der Exzellenz: Der Titel soll vielmehr machen, dass seine Träger forthin dem höchsten Stande zugehören. Szenarien wie die in den Primetime-Nachrichten ausgestrahlten Bilder von den Jubelketten universitärer Würdenträger, die bei Sekt und Canapés ihrer Freude über die Erhebung in den amplissimus ordo Ausdruck verliehen, sind deshalb peinlich, weil sie an die feuchtfröhlichen Gelage der Diener und Mägde in römischen Lustspielen erinnern: In Abwesenheit des Hausherrn lässt das Gesinde den lieben Gott einen guten Mann...

  • Bologna-Prozess
  • Bildung
  • Sprache
  • Universität
Dirk Baecker

Sache der Wissenschaft oder Person des Studenten?

Wie ein Dozent sein Prüfungsgeschäft versteht, macht die Korrektur direkt und indirekt deutlich, durch das, was geschieht, und durch das, was nicht geschieht. Die Minimalbedingung einer Korrektur ist, dass die stattgefundene Bewertung mit einer Note oder der Entscheidung bestanden/durchgefallen darauf hinweist, dass es eine Korrektur gegeben hat. Worauf diese Korrektur angesichts der Prüfungsleistung geachtet hat, was ihr positiv und negativ aufgefallen ist, was als richtig oder falsch, was als originell oder auswendig gelernt, was als oberflächlich oder reflektiert gewertet wurde, kann jedoch allenfalls dann erschlossen werden, wenn der Prüfer sich zu einem Kommentar entschließt, den er dem Prüfling zukommen lässt. […]

Der Gestaltungsspielraum, den die Korrektur auf der Ebene nicht der Bewertung, aber des Kommentars, das heißt der Begründung der Bewertung (noch) hat, verweist auf ein altes Selbstverständnis der Humboldt-Universität, das darauf vertraute, dass Dozent und Student erwachsen genug sind, um diesen Gestaltungsspielraum im Interesse beider auszuschöpfen. Das bedeutet nicht, dass...

  • Kompetenzmessung
  • Bürokratie
  • Bologna-Prozess
  • Kontrolle
  • Lehre

 

»Die Maschine ist eine Fremde, die Menschliches einschließt«
»Die Maschine ist eine Fremde, die Menschliches einschließt«

Gilbert Simondon

Die Existenzweise technischer Objekte

Gilbert Simondon stellt sich in seiner philosophisch-technologischen Untersuchung dem ressentimentgeladenen Ausschluss der technischen Objekte aus der menschlichen Kultur ebenso entgegen wie technokratischen Machbarkeitsvisionen der Herrschaft durch Automaten. Stattdessen plädiert er für Anerkennung und Reflexion der Existenz eines Kollektivs aus Mensch, offenen technischen Maschinen und Natur. Simondons Ansatz vereint die detaillierte Analyse der Funktionsweisen etwa von Motoren, Elektronenröhren oder frühen Computern mit weitreichenden philosophischen Erwägungen. So zeichnet er nach, wie die Existenzweise der technischen Objekte sich in den Zeitaltern von Mechanik,...
  • Automation
  • Anthropologie
  • Technik
  • Erkenntnistheorie
  • Kulturtheorie
Michael Ott

Leitbegriffe in Richtung der Kontrollgesellschaft

Im Unterschied zum Begriff der »Bildung« haben skills und Schlüsselqualifikationen eine rhetorisch wie politisch grundsätzlich andere Qualität. Während »Bildung« zwar noch immer ein positiv gewerteter, nur auch ein sehr wolkiger Begriff ist, steht es um Termini wie »Informationskompetenz«, »Zeitmanagement« oder »Schlüsselqualifikation« ganz anders. Ihr gemeinsamer Nenner – auch in linguistischer Hinsicht – ist ihre technisch-praktische Anmutung; sie sind, wie die Sektoren des Wissens oder der Praxis, auf die sie in Komposita bezogen sind (»Medienkompetenz«), bestens segmentierbar, modularisierbar und zertifizierbar. Gemeinsam ist dem Jargon der skills auch der eklatante Funktionalismus; als Bildungsziele sind sie eben nicht an Persönlichkeiten, noch nicht einmal an Wissensbereichen oder an konkreten Tätigkeitsfeldern, sondern allein an hypothetischen Funktionen und Brauchbarkeiten der Subjekte orientiert. Und auffällig ist schließlich eine gewisse »Potentialität«: Die Begriffe leisten eine Entkopplung der vermittelten »Qualifikation« vom selbstbezüglichen, trägen »Bildungswesen« und scheinen »Kompetenzen« folglich nicht an (vergangene, vergängliche) Wissensbestände zu knüpfen, sondern an (künftige, ungeahnte) Herausforderungen.

Das Versprechen,...

  • Universität
  • Bologna-Prozess
  • Kontrollgesellschaft
  • Kompetenzmessung
Diana Coole

New Materialism

Over the past two or three years there has been much talk in the social and human sciences about a materialist turn. It is clear that this is not, however, a complete revolution back to older forms of materialism, even if some of their traces are still resonant. The new materialists are self-consciously positioning themselves in the wake of an earlier cultural turn towards linguistic modes of cultural analysis that included radical forms of constructivism, but also in response to new challenges and opportunities that are emerging through novel ways of understanding matter and handling objects.

My essay has two main parts. The first provides an overview by considering some of the ways a new materialism is being pursued, the sources from which it draws inspiration and the kind of vocabulary that is being used to invoke volatile process of materialisation. This includes a sketch of the new materialist ontology, with...

  • Materialität
  • Ding
  • Anthropologie
  • Materialästhetik
  • materialist turn