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Wissenschaft

The Moses complex’s place is exile.
The Moses complex’s place is exile.

Ute Holl

Introduction

The unkind and inhuman God of Moses in Exodus reveals himself as a terrifying media agent. This is why the Moses figure insistently returns in the arts and sciences of the twentieth century. It corresponds to the fact that the media initially remain concealed when new laws come in with them. When Moses climbs the mountain, the tablets on which the caesuras of writing will turn out to be there already, while the people are still camping in the desert,...
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  • Exil
  • Gemeinschaft
  • Jean-Marie Straub
  • Danièle Huillet
  • Arnold Schönberg
Aktuelle Texte

Marcus Quent

Vom Verrinnen der Zeit in der absoluten Gegenwart

Wenn der »Glaube an die Welt« fehlt, wenn man die Welt verloren hat oder ihrer beraubt wurde, so ist alles, was in einem solchen Zustand des Unglaubens übrigbleibt, das Verrinnen der Zeit. Das Verrinnen der Zeit, das heute mehr und mehr zu sich selbst zu kommen scheint, sich seiner Vollendung zuneigt, ist ein Prozess, der von den Einzelnen als undurchsichtiges und widersprüchliches Geschehen erfahren wird, der aber als solches unbegreifliches Geschehen zugleich die Gestalt eines unumstößlichen Faktums annimmt. Dass Zeit nur verrinnen kann, dass es sie nur als verrinnende, als Maß ihres eigenen Verrinnens gibt, wird allgemein akzeptiert und vorausgesetzt. Diese allseits vorherrschende Überzeugung, die sich selbst als reines Faktum präsentiert, gründet jedoch in einem Vergessen und einem Verrat. Vergessen und verraten sind, mit Deleuze gesprochen, die in der Welt hervorgerufenen »Ereignisse« und die in die Welt gebrachten »Zeit-Räume«. Sie zeugen von der Möglichkeit und Wirklichkeit eines anderen Zeit-Maßes. Vergessen...

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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Sturm auf den Winterpalast
Forensik eines Bildes

24.11.2017 – 08.04.2018

HMKV im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund
Deutschland

Sergei Eisenstein: The Anthropology of Rhythm

19.09.2017 – 19.01.2018

Nomas Foundation
Viale Somalia 33
01199 Rom
Italien

 

Themen
  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

    • Farbenlehre
    • Bildlichkeit
    • Semiotik / Semiologie
    • Farbe
    • Monochrom
  • Observing the Spectator

    Observing the Spectator

    • Betrachter
    • Blick
    • Optische Täuschung
    • Spiegel
  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Wirtschaft
    • Finanzmärkte
    • Finanzkrise
    • Ökonomisierung
    • Ökonomie
    • Diskursgeschichte
Aktuelle Texte

Okwui Enwezor

Intense Proximity

In Tristes Tropiques, a seminal work of ethnography and travel writing published to international acclaim in 1955, the great anthropologist Claude Lévi-Strauss begins the account of his legendary research trip into the interior of Brazil in a sceptical tone: “I hate travelling and explorers. Yet here I am proposing to tell the story of my expeditions.”Despite its hybrid format – combining memoir, travel writing, and ethnography – Tristes Tropiques became a popular bestseller. Its readers went beyond the niche audience of experts and immediately established its author as a major figure in the fields of anthropology and structuralism. The book appeared at a historical turning point, not only in the way structuralism was transforming anthropology – based on the analysis of society through the structure of language and culture – but also because it was unveiled during the post-war period, when ethnography was being transformed by the great movements of...

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  • Ethnologie
  • Blick
  • Kulturtransfer
  • Identität
  • Claude Lévi-Strauss

 

Kerstin Stakemeier

Crisis and Materiality in Art

Against all earlier hopes, the survival of mankind in and after the modern industrial age has turned out not to be automatable. On the contrary, it entirely depends on the continued active restoration of its material living conditions. Gilbert Simondon describes this connection between humans and their machines in the 1950s in On the Mode of Existence of Technical Objects as a tragically truncated, restricted, and limiting way of living for both because, “man’s alienation vis à vis the machine...
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  • Materialästhetik
  • Ding
  • Materialität
  • Anthropologie
  • materialist turn
Aktuelle Texte

Jacques Rancière

Präsidentschaftswahl als Karikatur der Demokratie

Die Macht, die man ausübt, indem man für den einen oder die andere stimmt, ist nicht die rationale Wahl des Fähigsten, sondern einfach der Ausdruck des vagen Gefühls, dass jener Wahlzettel, den man der Geheimhaltung der Wahlurne anvertraut, besser die eigene Präferenz für die Autorität oder für die Gerechtigkeit, für die Hierarchie oder die Gleichheit, für die Armen oder für die Reichen, für die Macht der etablierten Fachkenntnisse oder für die Affirmation der politischen Fähigkeit eines jeden ausdrückt.

Das Paradox ist, dass dieses vage Gefühl, das die Wahrheit der vorgeblich rationalen Wahl der konkurrierenden Angebote ausdrückt, letztlich der wahrhaften politischen Vernunft näher ist: Die Politik ist nämlich vor allem Sache der »vagen« Gefühle bezüglich ein paar Grundfragen: der Frage, ob diejenigen, die in einem Land leben und arbeiten, diesem Land zugehören; ob jene, die dieselbe Arbeit machen, abhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit unterschiedlich hohe Löhne erhalten sollen; ob jene, die sich für...

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  • Führerfigur
  • 1968
  • Frankreich
  • Demokratie
  • Politik