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Wissenschaft

Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?
Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

Alexander García Düttmann

Kann es eine Gesellschaft ohne Feier geben oder Die kritische Frage des Theaters

Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.? Versinkt es im Chaos? Als »Zeremonie aller Zeremonien« oder als »Feier aller Feiern« bestimmt Alain Badiou das Theater in einer kurzen philosophischen Abhandlung, die den Titel Rhapsodie für das Theater trägt und die 1990 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Denn das Theater macht den Staat sichtbar, zeigt nicht die Revolution. Es handelt von dem Bewußtsein, das in einem bestimmten Stand oder Zustand der Politik erlangt wird, erklärt den Stand der Dinge, ist die...
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Aktuelle Texte

Marcus Quent

Vom Verrinnen der Zeit in der absoluten Gegenwart

Wenn der »Glaube an die Welt« fehlt, wenn man die Welt verloren hat oder ihrer beraubt wurde, so ist alles, was in einem solchen Zustand des Unglaubens übrigbleibt, das Verrinnen der Zeit. Das Verrinnen der Zeit, das heute mehr und mehr zu sich selbst zu kommen scheint, sich seiner Vollendung zuneigt, ist ein Prozess, der von den Einzelnen als undurchsichtiges und widersprüchliches Geschehen erfahren wird, der aber als solches unbegreifliches Geschehen zugleich die Gestalt eines unumstößlichen Faktums annimmt. Dass Zeit nur verrinnen kann, dass es sie nur als verrinnende, als Maß ihres eigenen Verrinnens gibt, wird allgemein akzeptiert und vorausgesetzt. Diese allseits vorherrschende Überzeugung, die sich selbst als reines Faktum präsentiert, gründet jedoch in einem Vergessen und einem Verrat. Vergessen und verraten sind, mit Deleuze gesprochen, die in der Welt hervorgerufenen »Ereignisse« und die in die Welt gebrachten »Zeit-Räume«. Sie zeugen von der Möglichkeit und Wirklichkeit eines anderen Zeit-Maßes. Vergessen...

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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Sergei Eisenstein: The Anthropology of Rhythm

19.09.2017 – 19.01.2018

Nomas Foundation
Viale Somalia 33
01199 Rom
Italien

Sturm auf den Winterpalast
Forensik eines Bildes

24.11.2017 – 08.04.2018

HMKV im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund
Deutschland

 

Themen
  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

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    Choreographing multitudes

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  • minima oeconomica

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    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

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Aktuelle Texte

Wolfram Ette

Das Uneingelöste der realexistierenden Universität

Die unsichtbare Universität hat es schon immer gegeben; was nottut, ist ihre Anerkennung; das Bewusstsein, dass die Universität heute vor allem nichtinstitutioneller Natur ist. Die unsichtbare Universität bewegt sich quer durch die gesellschaftliche Wirklichkeit, wird hier und dort für kurze Zeit verkörpert, um alsbald wieder zu verschwinden. Sie kann in Zeitungsredaktionen ebenso entstehen wie im Theater oder in Filmprojekten, im Internet ebenso wie in öffentlichen Diskussionen, in einer Psychotherapie ebenso wie in der Forschungsabteilung eines Unternehmens. Sie ist überall dort zu Hause, wo sich die Leidenschaft für die Sache mit der Fähigkeit, sich selbst als bedürftiges und begehrendes Wesen zu reflektieren, paart. Überall dort ist von ihr zu reden, wo Menschen ihre Erfahrungen zu einem kollektiven Körper zusammenfügen, wo KOLLEKTIVE INTELLIGENZ entsteht. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass sie in dem Versuch miteinander reden, den Riss, der unser Dasein bestimmt (Riss zwischen »Oben« und »Unten«, »Himmel« und »Erde«, »Rationalität« und...

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Bette Talvacchia

»Covered by an outer skin of another's devising«

Derek Jarman’s version of Christopher Marlowe’s Edward II presents an extradialogic commentary on how the image of Queen Isabella can be literally made-up by means of a procession of outfits that follow their own rhythm of elaboration as the film—and the plot—progresses. The lavish clothes do not add up to a stable indicator of the queen’s intrinsic and unalterable identity; nothing like the costumes in classic cinema that express character and personality. They remain, instead, a group of images rife with conflicting bits of visual information, which even the most hardworking spectator will have trouble forcing together. This is because the attire of the queen does not so much serve to characterize Isabella as to comment on the role that she assumes.


The costumes/images belong to a system of representation different from that of Marlowe’s sixteenth-century dialogue; they are patterned on the template for “how to be female” in Hollywood films....

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Politik der Töne, Politik der Bilder
Politik der Töne, Politik der Bilder

Ute Holl

Der Moses-Komplex

Der Moses-Komplex, so die Ausgangsthese der folgenden Überlegungen, wirft die Frage nach der Transformation eines Politischen unter Medienbedingungen auf, unter neuen und unbekannten Medienbedingungen. Exil, Wüste, Lager sind die Konstellationen, aus denen das Entstehen ener nächsten Gesellschaft wahrgenommen wird. Wenn von Politiken der Töne und von Politiken der Bilder die Rede ist, dann nicht von Emotionen oder Affekten, sondern von der Konstruktion wirksamer Räume und der Verteilung und Verbindung der Leute darin. Von der Schwierigkeit, dieses entstehende Politische zu realisieren,...
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Michael Hirsch

10 Thesen über Kunst und Politik

Meine Kritik an bestimmten Formen der institutionalisierten Selbstbeschreibung zeitgenössischer Kunst und Kultur lautet, dass diese dazu tendieren, kulturelle Arbeit in einem Augenblick zu respezialisieren, in welchem ­diese Arbeit verallgemeinert werden könnte und sollte (vor allem durch ein allgemeines garantiertes Grundeinkommen). Der Künstler (wie der Schriftsteller oder der Theoretiker) ist ein Platzhalter des General Intellect, ein Platzhalter der Emanzipation menschlicher Aktivitäten von professionellen Rollen, Disziplinen, Routinen und sozialen Definitionen von Wert. Worum es hier geht, ist die Idee des freien Austauschs: die Befreiung unseres gegenseitigen Austauschs, unseres Mit-seins, unserer Kommunikation. Die Verlagerung großer Teile der Kulturproduktion auf Diskurse der Selbstbeschreibung und Legitimation ist extrem problematisch. Sie verlagert die Energie auf Anstrengungen zur Rechtfertigung – auf die Konstruktion eines imaginären sozialen Gebrauchswerts.

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Aktuelle Texte

Susanne Witzgall

“Every human body is an old civilization”

Susanne Witzgall: One common point in your texts in that both of you describe migration as an incomplete process, as a practice that is not completed with the arrival at the destination, but perhaps even only finds its starting point, its beginning, there. For instance, you Christian Kravagna, have written in your essay that many migrants develop a practice of travelling back and forth, almost like commuting, a process in which there is no definitive home that one can return to. And the protagonists in The Bridge of the Golden Horn often move back and forth between Turkey and Germany or commute within Istanbul between the European and the Asian sides. Do migrants develop more restless, mobile identities in general? This at least seems to pertain to yourself, Ms Özdamar. You have moved back and forth between Germany and Turkey several times.

 

Emine Sevgi Özdamar: In the 1970s, when I was...

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